Nein sagen. Lernen, üben und erfahren.

Ja sagen, obwohl man Nein meint. Sich ärgern, weil man es wieder nicht geschafft hat, dem Vorgesetzten eine Bitte abzuschlagen. Angst haben vor Verlust der Beziehung, des Jobs oder der Freundschaft. Zu viele halbherzige Jas und nicht geäußerte Neins. Faule Ausreden und fadenscheinige Begründungen. NEIN SAGEN ist nicht immer leicht.

Nein sagen. Ohne Schuldgefühle. Lernen und üben.
Selbstbewusst NEINsagen, ohne Schuldgefühle, ohne Angst. Tipps, Übungen und Beispiele der Autorin von Ja zum Nein, Selbstachtung statt Harmoniesucht.

Wieso ist das Nein oft so schwierig auszusprechen?

Bereits als Kleinkinder suchen wir auf unterschiedlichen Wegen nach Bestätigung und Liebe unserer Eltern. Dabei lernen wir schnell, welche Zuneigung wir erhalten, wenn wir lieb und freundlich sind und stets ja sagen, obwohl wir nein meinen. Dieses Ja ist das Folgeleisten einer Handlungsaufforderung, der man in jungen Jahren nur selten nicht nachkommt. Das Ja ist in den ersten Lebensjahren oft keine Haltung, als viel mehr eine antrainierte Antwort auf Vorhaltungen und Anweisungen. „Sei ein braves Mädchen“ oder “Ärgere die Mama nicht und sei ein guter Junge“ sind Sätze, welche die meisten Menschen kennen. Dass sie unter Umständen Manipulationsversuche sind und lediglich dazu dienen, dass wir funktionieren, aber besonders nicht in den Widerstand gehen, erkennen wir meistens erst im späteren Lebensverlauf.

Nein sagen. Lernen Sie mit diesen Tipps, klar und selbstbewusst Grenzen zu setzen.

Nein sagen und Grenzen setzen, unendliche Tipps in den Weiten des Netzes. Sehen Sie die folgenden Zeilen als Anregungen und Inspiration - und vergessen Sie nicht: Es gibt nicht "den ultimativen Tipp", um nein zu sagen. Es ist Ihr Leben, es sind Ihre Erfahrungen, es sind Ihre persönlichen Gedanken und Gefühle. Schritt für Schritt hin zu einem klaren Nein und mit der Zeit wird es immer besser klappen. Geben Sie sich Zeit und bleiben Sie geduldig mit sich. Ein Tipp ist und bleibt Theorie - bis Sie ihm mit Ihrer individuellen Art Leben einhauchen.

Fokus auf Ja.

Das Neinsagen lernen ist keine Technik. Das Nein - oder eben auch das nicht so gemeinte Ja- ist das Resultat Ihrer Erfahrung, Ihres Wissens und Ihrer Bereitschaft, für sich selbst einzustehen. Das Neinsagen steht am Ende der Lernkette, nicht am Anfang. Die beste Technik also, um wirklich nein sagen zu lernen, wenn Sie es so meinen, ist: keine Technik anzuwenden. Gleichzeitig heißt dies auch, dass man einige Hürden nehmen muss - sofern man dies wirklich will.

Ja sagen, obwohl man Nein meint. Wütend in das Wochenende gehen, weil man natürlich die Aufgaben des Kollegen mitgenommen hat. „Immer ich, mit mir kann es ja machen!“, ein Gedanke, den viele Menschen kennen, denen ein Nein schwer über die Lippen kommt. Grenzen setzen, wissen und wissen wofür man einstehen will, ist eine große Herausforderung. „Was denken die Kollegen dann über mich?“ oder „Wenn ich es wage, nein zu sagen, kann ich mir vermutlich bald einen neuen Job suchen!“
Und dann kommen die eigenen Vorwürfe - und die innere Stimme fährt in den vorwurfsvollen Modus:

  • "Wieso hast du nicht nein gesagt?"
  • "Wieso ist dir dein Job wichtiger als dein Privatleben?"
  • "Wieso sagst du nicht, was du wirklich willst?"
  • "Jetzt hast du eben die Tipps gelesen und das Nein fällt dir dennoch schwer?"
  • "Warum hast du geschwiegen?"
  • "Wieso sagst du nicht, was du wirklich denkst?"
  • "Wieso hast du nicht gehandelt?"

Das beste Mittel gegen ein halbherziges Ja, ist ein Nein aus ganzer Überzeugung.

Nicht nein sagen zu können, wenn man es so meint, liegt oft an einem geringen Selbstwertgefühl und wenig Selbstbewusstsein. Es reicht einfach nicht, sich ständig einzureden, dass man toll ist, wenn man nicht daran glaubt. Die Wurzel liegt oft viel tiefer. Das Selbstwertgefühl zu stärken kann ein guter Anfang sein.

Neinsagen liest sich sehr leicht und wie so oft ist man selbst meistens die allergrößte Hürde:

  • Hinderliche Glaubenssätze,
  • viel zu hohe Erwartungen an sich selbst,
  • schlechtes Gewissen gegenüber anderen Menschen
  • nicht klar formulierte Aussagen und/oder
  • ein geringes Selbstbewusstsein
  • Schuldgefühle

blockieren das Leben und erschweren nicht nur den Job oder den Arbeitsalltag. Kaum beschäftigt man sich mit dem einen Thema, fällt einem auf, welche Steine außerdem im Weg liegen. Irgendwann wird es zu viel und man entschließt sich wieder, falsche Jas zu geben, sich über Kollegen und Freunde zu ärgern: und nichts zu verändern.

Wir Menschen sind manchmal komische Wesen: So viel Potenzial schlummert in jedem von uns, doch statt es einfach zu leben, sich zu vertrauen und selbstbewusst seinen Weg zu gehen, machen wir es uns unnötig schwer. Doch ebenso wie man sich im Weg stehen kann, ist es auch möglich, Hindernisse zu umgehen, sie zur Seite zu schieben und zukünftig nicht mehr aufzustellen. Manchmal reichen schon wenige Schritte, um einen anderen Blick auf die Situation zu bekommen und zu erkennen, dass die Gedanken im Vorfeld oft viel furchterregender waren als die Situation selbst. Also, immer wieder: Fokus auf das Ja!

Nein sagen und Grenzen setzen
Nein sagen. Ja zum Nein

Anfangen.

  • Nicht mehr Ja sagen, obwohl man nein meint.
  • Nicht mehr funktionieren.
  • Sich nicht mehr für alle und alles verantwortlich fühlen.

Irgendwann reicht es. Die Grenzen sind überschritten, die eigenen Nerven liegen blank und Sie wollen endlich einen Schlussstrich ziehen?

  • Vielleicht geht es Ihnen momentan nicht gut, weil Sie all das bemerken, aber dennoch nicht wissen, wie Sie nun einen Strich unter all das setzen? Wie Sie besser für sich sorgen und damit für echte Zufriedenheit?

Im Normalfall fallen einem all die Situationen ein, die man nicht mehr erleben möchte.

  • Aber wissen Sie, was Sie stattdessen möchten?
  • Ist Ihnen wirklich klar, was Sie wollen?
  • Wissen Sie, worauf Sie sich konzentrieren wollen?
  • Wozu Sie ja und wozu nein sagen möchten?

Es sind oft die auf den ersten Blick sehr leichten Fragen, die schwierig zu beantworten sind.

Und am Ende werden Sie sehen, dass der Schlussstrich eine Startlininie ist.

Die richtige Formulierung.

Was bringt ein klares Nein zum Ausdruck?

  1. Eine klare Haltung,
  2. eine Fürsorge sich selbst gegenüber und
  3. eine Verantwortung, eigene Grenzen anzuerkennen und zu kommunizieren.

Es ist auf keinen Fall immer leicht, nein zu sagen. Und sehr sicher nicht egoistisch! Obwohl es mit der Zeit und einigen Übungen immer leichter und besser wird. Einen perfekten Weg wird es sicher nie geben, aber immer einen, der einem selbst guttut. Sie werden immer wieder in Situationen geraten, die es Ihnen nicht ermöglichen „nein" zu sagen, immer wieder werden Sie in Fallen tappen, immer mal wieder wird man sich vielleicht einen Moment ärgern. Doch der Unterschied mit einiger Übung sollte sein, dass Ihnen viel mehr klare Neins mit großer Selbstverständlichkeit über die Lippen kommen, dass Sie sich sehr viel weniger Sorgen und Befürchtungen machen, was diese kleine Wort in Ihrer Umgebung auslösen könnte. Der Vorteil wird sein, dass Ihr Selbstwert immer stärker wird, wenn Sie sich die Möglichkeit geben. Ihre Selbstachtung wird eine andere. Und nicht vergessen: Es wird leichter. Wirklich! :)

Ohne faule Ausreden.

„Ich traue mich nicht, nein zu sagen“, „es wird nur Ärger geben, wenn ich nein sage“ oder „Wenn ich das sage, dann gibt es noch mehr Probleme“, gerne auch „Dafür bin ich zu alt, das lerne ich nicht mehr“.
Das sind keine Argumente, das sind Ausreden. Sätze, die man sagt, um es gar nicht erst zu probieren und der Gefahr der Veränderung zu entgehen. Denn so merkwürdig es klingt: Zunächst verbinden die meisten Menschen nichts Positives mit Veränderung.

Theoretisch möchte man Veränderungen und es wäre toll, wenn man sich wieder auf die eigene Arbeit konzentrieren kann oder dem Kollegen endlich sagt, dass die Zusammenarbeit so nicht mehr funktioniert. Praktisch scheuen viele Menschen diesen Weg. Insgeheim wissen wir, dass es dazu einer neuen Verhaltensweise bedarf. Nicht bei unseren Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden, sondern bei uns selbst.

Wollen Sie? Wirklich? Sind Sie bereit, sich anzusehen, wo Sie stehen, wohin Sie wollen, welche Hürden es zu bewältigen gilt, um am Ende ein nein ohne schlechtes Gewissen zu sagen, ein ja, weil Sie es so meinen? Wenn ja, dann erkennen Sie Ihre eigenen Ausreden, werden sich ihrer bewusst und haben den Mut, sie nicht mehr zu auszusprechen. Wenn Sie sich wichtig sind, wenn Sie klar ein Nein äußern wollen, dann ist dies für einige Zeit eine der obersten Prioritäten. Und genau dorthin geht dann auch Ihre Aufmerksamkeit, Zeit und Energie.

„Naja, wenn das alles so einfach wäre“ ...

Ist das eine Ausrede? Vielleicht weil Sie sich noch nicht vorstellen können, dass Sie wirklich nein sagen, vielleicht aber auch, weil Sie nicht anfangen möchten, an sich zu arbeiten. Vielleicht warten Sie jedoch auch auf den ultimativen Tipp, den es leider gar nicht gibt. Es gibt Anregungen, Optionen, Vorschläge, doch Sie haben auch hier die Wahl zu sagen: „Ich muss jetzt alles lesen, weil ich nein sagen möchte“ oder aber „Ich will mich mit diesem Thema beschäftigen, ich habe Lust, nein zu sagen, ich fange jetzt mit den Übungen an und sehe, was sich bewegt.“

„Aber manchmal ist es leichter, eine Ausrede zu benutzen, als dem anderen die Wahrheit zu sagen.“ Stimmt. Und dann ist man wieder ein Schritt weiter, weil man sich genau darüber bewusst ist, es als Ausrede erkennt und sich für diesen Weg entscheidet. 

Der innere Dialog

Sogenannte „Ausreden“ sind oft aber auch die innere Stimme, die, so schätzen Psychologen, wir ca. 40.000 - mal am Tag in Aktion treten lassen, oft unbewusst, was nicht sehr hilfreich auf dem Weg des Nein-Sagens ist. Unsere innere Stimme kann ein guter Gradmesser in Hinblick auf das Selbstwertgefühl sein. Dieser innere Dialog zeigt sehr klar, was man über sich denkt.

Wer Beweise für das innere Stimmenkonzert sucht, der stelle sich folgende Situationen vor:

  • Nachdem Sie eben stehend in der Teambesprechung fünf Minuten über die aktuelle Situation in der Abteilung sprachen, kommt in der Pause ein Kollege auf Sie zu und macht Sie auf den geöffneten Reißverschluss Ihrer Hose aufmerksam.
  • Sie kommen zu einem Gespräch mit Ihrem Vorgesetzen 15 Minuten zu spät.
  • Sie stolpern in der überfüllten Fußgängerzone.
  • Ihr Vermieter bittet Sie per Brief dringend um einen Anruf.
  • Eine Kollegin hat Sie heute in der Kantine gesehen, aber nicht gegrüßt.
  • Als Sie heute in die Kaffeeküche betraten, beendeten Ihre Kollegen das Gespräch.

Gedankenkarussell

In all den o.g. Situationen passiert etwas, das peinlich sein könnte oder unangenehm oder ein Ereignis, von dem man nicht weiß, wie man damit umgehen soll: Der innere Dialog nimmt Fahrt auf, doch leider nicht immer zu unseren Gunsten

  • „Himmel, das ist peinlich, wie stehe ich denn nun vor meinen Kollegen da? Ich bin ein echter Idiot, das mir das nur passieren konnte!“
  • „Ich bin ungeschickt, dass ich sogar schon in der Stadt hinfalle, es ist nicht auszuhalten mit mir.“
  • „Ich habe keine Ahnung, was mein Vermieter will. Sicher etwas sehr Schlimmes, vielleicht habe ich vergessen meine Miete zu zahlen, oder will er mir kündigen?“
  • „Keine Ahnung, was ich ihr jetzt schon wieder getan habe. Ständig mache ich alles, damit sie freundlich zu mir ist, aber ich scheine es wohl nicht wert zu sein, dass sie mich grüßt.“
  • „Meine Kollegen beenden das Gespräch, wenn ich den Raum betrete. Es kann nur heißen, dass Bernd ihnen erzählt hat, dass ich heute rechtzeitig Feierabend machen will, jetzt lästern sie sicher über mich.“

Beachten der inneren Stimme

Selbstgespräche kann man auf zwei Wegen nutzen. Zum einen sind sie der Gradmesser, der uns deutlich macht, was wir über uns denken. Zum anderen kann man sie nutzen, um am Selbstwert zu arbeiten.

  1. Nehmen Sie Ihre innere Stimme zur Kenntnis. Beachten Sie, in welchen Situationen Sie weniger gut über sich denken und hinterfragen, ob das richtig ist.
  2. Wenn der geöffnete Reißverschluss peinlich ist, ist das so. Aber ist es auch richtig, dass man deshalb ein Idiot ist? Es ist peinlich, es ist ein Missgeschick passiert, mehr nicht.
  3. Verändern Sie die innere Stimme. „Mir war etwas peinlich, das ist o.k.! Ich werde beim nächsten Mal vorher meine Hose überprüfen“. Achten Sie darauf, dass Sie nicht negativ formulieren, wie z.B. „Ich will nicht, dass mir das noch einmal passiert“.

Ausreden und die innere Stimme geben sich oft die Hand und gar nicht selten ist man überhaupt nicht mehr in der Lage, sie zu unterscheiden. Das macht weiter nichts und man sollte sich auf dem Weg des Nein-Sagens nicht im Detail verlieren. Mit dem drei Schritten des „Wahrnehmens, akzeptieren und verändern“ sind Sie in der Lage, demnächst anders, positiver und selbstbewusster zu denken und zu fühlen. Das wird langfristig sehr hilfreich auf Weg zu einem klaren Nein sein.

Tatsachen und Gefühle

Viele Menschen (Berufs-) Leben, wenn die Interpretationsfalle zuschlägt, die eigenen Gefühle ins Spiel kommen und die Tatsachen ganz anders bewertet werden können.
Die Interpretation, dass der Tonfall sarkastisch ist, kann richtig sein, muss sie aber nicht. Bewusst leben und die Verantwortung zu übernehmen, bedeutet auch, sich dieser Unterschiede bewusst zu sein. Besonders in Hinblick auf die Interpretation ist es gut, sich hin und wieder sehr zu hinterfragen.
Aus „Das Kleid gefällt mir an dir nicht“ muss man nicht zwangsläufig ein „Du bist zu dick!“ machen. Aus „Die Seiten 21 und 23 der Unterlagen gefallen mir nicht so gut“ ein „Die gesamten Unterlagen können in den Müll“ zu schließen ist schlicht nicht richtig. Es gilt zu erkennen, wann man interpretiert, fühlt oder es sich um Tatsachen handelt, aber alles in einen Topf zu werfen ist anstrengend: für sich selbst und die Umgebung. Ebenso wie bei der inneren Stimme sind hier die drei Schritte wichtig: „Wahrnehmen, akzeptieren und verändern“.
Nehmen Sie wahr, was gesagt wurde, akzeptieren diese Tatsache und (!) Ihre Stimme. Und wenn Sie wollen, dann verändern Sie. Wenn nicht, dann ist dies Ihre Wahl und auch das ist gut.

Nein sagen ist nicht leicht

Nein sagen ist nicht leicht und viele Hindernisse stehen im Weg. Es gilt eigene Blockaden, hinderliche Glaubenssätze und Ängste zu überwinden, um am Ende ein klares Ja und ebenso ein deutliches Nein zu äußern.

  • Werden Sie sich klar darüber, ob Sie wirklich wollen oder der Meinung sind, es tun zu müssen.
  • Überdenken Sie, welche Priorität Sie sich selbst gegeben haben und in Zukunft geben wollen. Sehen Sie nicht nur das Nein, sondern ganz besonders auch das, wozu Sie Ja sagen.
  • Beachten Sie Ihre inneren Dialoge. Sie sind ein hilfreicher Gradmesser auf dem Weg des Nein-Sagens.
  • Beantworten Sie die Übungen möglichst schriftlich, damit Sie Ihre Erfolge erkennen und weiterhin umsetzen können.

Üben, üben, üben ...

Es reicht einfach nicht aus, nur zu lesen, den Text abzunicken und dann doch weiter zu grübeln. Es ist wichtig, dass Sie neue Erfahrungen sammeln, die Ihre bisherigen quasi "überschreiben". Neue Erfahrungen, die Ihnen ermöglichen, hinderliche Glaubenssätze zu verändern, damit Sie zukünftig nicht mehr so viel Angst haben. Erfahrungen,

  • die Ihnen Mut machen,
  • die Ihnen zeigen, dass das Befürchtete oft gar nicht eintritt,
  • dass ein Nein der Karriere sehr wohl förderlich ist,
  • dass Ihr Nein Sie zufriedener macht.

Bleiben Sie also am Ball. Üben, lernen, erfahren. Und immer wieder gibt es auch Fehlschläge, alles ganz normal. Umso wichtiger, dass Sie das Eigenlob nicht vergessen.

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Bedenkzeit nehmen?

Bevor Sie nein sagen: Nehmen Sie (k)eine Bedenkzeit!
Oft wird empfohlen, sich eine Bedenkzeit zu erbitten. Ist das wirklich sinnvoll? Wenn dieser Tipp für Sie gut ist, dann lesen Sie diesen Artikel nicht.

Mit Begründung?

Ja. Und nein. :) Neinsagen mit Begründung ist für unser Gegenüber oft die Einladung, erneut nachzuhaken und anzusetzen und unsere Schwachstelle zu suchen und zu finden. Das Ziel ist, das erhoffte "Ja" doch noch zu bekommen.
Möglichkeiten, gelassen und ohne große Diskussion, ein Nein zu formulieren, könnten so aussehen:

  • „Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben.“ Oder:
  • „Danke, dass Sie an mich denken.“

Formulierungen mit einem kleinen Dankeschön, klappen oft sehr gut, das Nein wird also etwas nett verpackt, ohne es direkt auszusprechen.
Bleiben Sie konstruktiv, aber klar und selbstverständlich bei Ihrem Nein.

  • "Nein, mir gefällt keine dieser Hosen, vielen Dank für Ihre Mühe!"
  • "Nein, ich kann Sie bei diesem Projekt nicht unterstützen, meine Zeit ist momentan bereits knapp."

Grenzen setzen

Nein sagen und Grenzen, das liest sich oft so negativ. Es ist doch auch ablehnend, nicht höflich, nicht sehr zugeandt, wenn man das Nein kommuniziert. Ist das wirklich so? Oder nur ein Vorurteil oder innerer Blockierer?

Diese Fallen bitte umgehen!

  1. Fallen Sie nicht länger auf Artikel dieser Art herein: "Diese 3 Tipps helfen Ihnen, nein zu sagen" oder "Diese 6 Schritte zu einem Nein". Es gibt sie nicht. Weder die ultimativen "3 Tipps" oder die "3 Schritte". Sie haben das Problem, weil Sie Erfahrungen gemacht haben, bestimmte Werte, ein Muster, sogenannte Blockaden und Hürden. Das ist nichts, was Sie mit 5 Tipps mal eben ausbügeln. Wirklich nicht. Eigentlich wissen Sie das auch.

  2. Lesen von Blogartikeln und Büchern ist prima, nutzt aber wenig, wenn Sie nicht in die Umsetzung kommen. Zu lesen und logisch nachvollziehen zu können ist die eine Sache, es zu leben die nächste. Und vielleicht haben Sie schon so viel zum Thema inhaliert, dass Sie eh nicht mehr wirklich lesen, sondern der Text nur an Ihnen vorbeirauscht, ohne dass er etwas in Ihnen auslöst oder Sie sich bewegen, geschweige denn wirklich konsequent zu handeln?

  3. Wenn ich nur einen einzigen Tipp geben dürfte, wie Sie endlich Ihr Nein leben, dann wäre es dieser: Suchen Sie sich Unterstützung. Eine Gruppe, einen Coach, einen Workshop, ein Seminar, was auch immer. Lassen Sie nicht länger zu, dass sich alles im Kopf abspielt, dass Sie grübeln, in Gedankenschleifen kommen, noch mehr Befürchtungen haben, was auch immer Sie momentan beschäftigt. Legen Sie los und starten! Aber auch das ist nur ein Tipp, der nicht richtig sein muss ... :)

Das können Sie konkret jetzt tun:

Kommen Sie in die Umsetzung! Souverän und selbstbewusst Nein sagen, wenn Sie es so meinen. Klar Ja zu kommunizieren, wenn Sie es wirklich wollen. Starten wir gemeinsam!

Nein sagen. Ohne Angst und Schuldgefühle.
Nein sagen. Lernen Sie, Nein zu sagen mit Tipps von Coach und Autorin des Buches Ja zum Nein - so lernen Sie das NEIN sagen.