Angst vor Veränderung: Der Mist kann einfach bleiben.

Ist doch alles gar nicht so schlimm.

Angst vor Veränderung

Veränderungen machen Angst. Weil sie meistens mit neuen Verhaltensweisen einhergehen, die erst erlernt werden wollen. Dass das nicht nur toll ist, liegt auf der Hand. Dass das nicht nur anstrengend sein muss auch. So wundert es auch nicht wirklich, dass gerade in Zeiten der (inneren) Veränderung Angst, Schuldgefühle, Wut oder Trauer an die eigene Tür klopfen und man sie gerne ignorieren würde, wohlwissend, dass sie sich davon nicht irritieren lassen und uns weiter behelligen.

Was dann folgt, ist ein Unterdrückungs- und Versteckspiel der ersten Güte, um Gefühle im (Arbeits-) Leben zu unterdrücken:

■ Die Wut auf den Vorgesetzten wird am Abend mit Alkohol weggespült,
■ den Ärger über den Kollegen lässt man an der Familie aus und
■ die Wut auf sich selbst, bekommt man mit Sätzen wie „Ich habe es vermutlich nicht besser verdient“ irgendwann sicher auch in den Griff.

Dienlich ist diese Herangehensweise niemandem, gelebt wird sie von vielen Menschen. Angst kann man fühlen, nicht nur körperlich, und wir versuchen ihr aus dem Weg zu gehen. Verständlich und nachvollziehbar, doch auf Dauer erfolglos und sehr viel anstrengender, als sich ihr zu stellen.

Sich dem Schmerz, der Angst, der Wut, oft auch auf sich selbst, zu begegnen ist manchmal eben nicht angenehm, führt zu sehr traurigen Momenten und ist dennoch ungemein wichtig, um auch eigene Veränderungen langfristig zu bewirken. Alle Gefühle, gleich, ob man sie positiv oder negativ bewertet, sind ein Zeichen für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, oder eben Signale, weil bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Die weniger freudvollen Gefühle bemerkt man meistens im Zusammenhang mit folgenden Situationen:

■ Erkennen der eigenen Blockaden, wie z.B. hinderliche Glaubenssätze.
■ Treffen von Entscheidungen.
■ In Momenten, in denen man eine klare Haltung für sich einnehmen sollte.
■ Vielleicht aber auch im Zusammenhang mit Konflikten,
■ dem eigenen Harmoniebedürfnis
■ oder dem Setzen von Grenzen.

Doch ganz gleich, was man versucht, um die Angst zu unterdrücken, sie wird immer stärker sein, lässt sich nicht wegschieben oder auf Dauer verleugnen, schon gar nicht sich mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln verdrängen. Das Beste, und gleichzeitig auch Schwierigste und Anstrengendste ist: Die Tür für all diese Gefühle zu öffnen, sie zuzulassen und zu akzeptieren.

„Druck erzeugt Gegendruck“ kann auch hier ein guter Wegweiser sein. Je mehr man sich gegen seine Angst, die man nicht wahrhaben möchte, wehrt, desto stärker wird sie und man erreicht somit das Gegenteil dessen, was man wirklich möchte. Sie gar nicht zu haben, ist nahezu unmöglich, denn man wird sich immer wieder über Kollegen, Mitarbeiter oder den Vorgesetzten ärgern, wird sein eigenes Verhalten infrage stellen, sich schlecht fühlen, weil man „wieder mal“ etwas nicht geschafft oder einen Fehler gemacht hat. Das Anerkennen der eigenen Gefühlswelt ist daher ein großer Schritt auf dem Weg des “Nein” sagens.

Es ist völlig normal, dass es Zeiten gibt, in denen man nicht mit sich zufrieden oder traurig ist, Momente, in denen man alles hinschmeißen möchte, oder sich überlegt, den Job zu kündigen, weil man es nicht schafft, mit dem Kollegen gut zusammenzuarbeiten.

Der Mist kann einfach bleiben

Wenn die Situation gerade Mist ist, Sie Angst haben, sich und damit sie zu verändern, dann fragen Sie sich: Wie kann ich es richtig versauen? Was muss ich tun, damit alles noch schlimmer wird? Machen Sie das mal 5 Minuten. Hängen Sie sich richtig rein. Diese Übung kann bei einigen Menschen für ein klitzekleines Wunder sorgen.

Perspektivenwechsel

Wechseln Sie die Perspektive mit diesen Fragen:

  • Was würde Ihnen die Angst erzählen, wenn sie mit Ihnen redet?
  • Was wäre, Sie könnten die Angst verbannen, woran würde Sie es merken, dass die Situation anders ist? Woran würden das andere Menschen merken?

Nein, es ist nicht leicht, keine Angst zu haben. Und darum geht es auch nicht. Der Angst ist Auge sehen, sie fühlen, es zulassen, dass sie da ist. Und am Ball bleiben. Lassen Sie sich nicht blockieren, lassen es nicht zu, dass dieses Hindernis dafür sorgt, dass Sie nicht für sich einstehen.

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