Nein! Selbstachtung statt Harmoniesucht.

Nein sagen. Der kompakte Ratgeber.
Nein meinen und es sagen - der Ratgeber "Ja zum Nein", jetzt auch online. Die Autorin von "Ja zum Nein" gibt zahlreiche Tipps und Impulse.

Nein

Haben Sie sich je intensiv mit dem Wort nein auseinandergesetzt? Fällt Ihnen auch Positives dazu ein? Können Sie es äußern, wenn Sie es wollen? Möchten Sie das Neinsagen lernen?

„Nein“ ist ein Erbwort, gehört mithin zum ältesten Bestand des deutschen Wortschatzes und seine Entsprechungen in anderen indogermanischen Sprachen sind lautlich oft sehr ähnlich. Das Wort „nein“ ist bereits in dieser Form oder in der Form „nain“ im Althochdeutschen vor dem 9. Jahrhundert belegt. Wikipedia

Der Duden definiert Nein wie folgt:

  • "rückt eine verneinende Antwort [auf eine Entscheidungsfrage] aus"
  • drückt [in Verbindung mit (Modal)partikeln] eine Bekräftigung der Ablehnung aus

Ausdruck einer Haltung

Nein kann als Antwort auf eine Entscheidungsfrage gegeben werden und/oder als Ausdruck einer Haltung sein.

Nein. Kleines Wort, große Wirkung!

  • Man kann mit einem Nein einer Aussage widersprechen („Morgen ist Montag.“ – „Nein, morgen ist Dienstag.“)
  • Ein Nein kann Ausdruck emotionaler Befindlichkeiten wie Überraschung und Freude sein („Nein, das gibt's doch nicht!“, „Nein, was ist das schön!“)
  • Sie können mit einem Nein einer Handlungsaufforderung nicht nachkommen bzw. diese für sich nicht in Betracht ziehen („Übernehmen Sie diese Aufgabe!“ – „Nein!“)
  • Ein Nein kann aber auch eine Aufforderung sein, eine Tat zu verhindern oder eine Handlung zu beenden.(„Nein, ich will das nicht!“)

Ist ein Nein negativ?

Sieht fast so aus, oder? Schaut man sich die Bilder im Interent an, die mit "Nein" verbunden sind, stößt man auf Stop-Schilder, hochgehaltene Hände, wütende Gesichter. Selten wurde ein Wort so missgedeutet, so falsch interpretiert, so schlecht dargestellt, kurzum: so negativ gesehen.

„Immer ich, mit mir kann es ja machen!“, ein Gedanke, den viele Menschen kennen, denen ein Nein schwer über die Lippen kommt. Grenzen zu setzen, wissen, wofür man einstehen will, ist eine große Herausforderung.

Das beste Mittel gegen ein halbherziges Ja, ist ein Nein aus ganzer Überzeugung.

Halbherzige Jas, die nicht so gemeint sind, die man aus Angst sagt, zu denen man „eigentlich“ nicht steht, genau diese Jas sollten wir uns und unseren Mitmenschen ersparen. Schubsen wir die Harmoniesucht ein bisschen zur Seite.

Mit einem klaren Nein geht es nicht darum, den Mitmenschen vor den Kopf zu stoßen, sondern gut zu sich selbst zu sein. Der Weg des Nein-Sagens geht von innen nach außen.

Wer sich klar ist,

  • was er will,
  • was ihn motiviert,
  • was ihn hindert,
  • seine Stärken und Werte kennt, wird leichter in der Lage sein,
  • Grenzen zu setzen,
  • nein zu sagen und
  • sein Verhalten zu verändern.

Die beste Technik ist und bleibt, keine Technik anzuwenden.

An der eigenen Einstellung und Haltung zu arbeiten ist (leider) oft anstrengend, auf lange Sicht jedoch sinnvoll. Selbstachtung und Selbstwertgefühl sind dabei unabdingbar, so schwierig es auch manchmal ist.

Ja oder Nein?

Das falsche Ja oder das ehrliche Nein? Was ist besser? Für wen? Wieso? Fragen über Fragen. Am Anfang steht der Fokus. Sie wollen nein sagen, wenn Sie es so meinen, also schnappen Sie sich Ihr Ja!

Ja zum Nein. Selbstachtung statt Harmoniesucht.