Glaubenssätze: erkennen und auflösen.

Hokuspokus geht anders.

Glaubenssätze

Glaubenssätze sind eine starke Blockade: „Ich kann nicht einfach nein sagen, mein Chef wird das nicht verstehen“ oder „Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein". Meistens denken wir diese Sätze, wenn es schwierig wird, oder auch, wenn

  • Situationen heikel werden bzw. man glaubt, sie werden es, 

  • man selbst kein gutes Gefühl hat oder 

  • wenn man sich lieber hinter einer Ausrede versteckt, als den Weg nach vorne zu gehen. 

Manchmal sind es Sätze, die wir aus der Kindheit mitgenommen, manchmal Gedanken, die wir uns selbst eingeprägt haben. Gar nicht selten sind es aber auch „Hirngespinste“, das heißt, man kann oft gar nicht sagen, woher sie kommen, es ist einfach ein „Eindruck“ oder eben ein „Gefühl“, das man hat, kurzum: die innere Stimme macht ihren Job!

Manchmal sind es auch Sprichwörter, die man übernommen hat, wie z.B.: „Wer hoch hinauswill, der kann tief fallen.“ Viele dieser Sätze stehen uns im Weg, blockieren uns und sind hinderlich, zum Beispiel wenn man nein sagen möchte.

Im ersten Schritt gilt es diese Sätze zu erkennen und zu bemerken, in welchen Situationen sie auftreten und was genau sie bewirken. Der nächste Schritt ist, diese Gedanken nicht zu verteufeln oder ihnen Widerstand entgegenzubringen, es hätte keinen Sinn und würde Sie nur noch mehr unter Druck setzen, weil man „sich wieder einmal im Weg steht“ oder „es schon wieder nicht schafft, nein zu sagen“, womit direkt die nächsten Glaubenssätze auf der Bildfläche erscheinen.

Die Gedanken sind da, es ist so, hat vielleicht sogar einen Grund, doch das heißt nicht, dass sie richtig sind, der Wahrheit entsprechen oder in Zukunft auch weiterhin gedacht werden müssen. Einfach nur bemerken und es akzeptieren, das reicht für den Anfang. 

Akzeptieren bedeutet auch hier nicht, dass man es gut finden soll, was man denkt, oder schlecht, es bedarf keiner Bewertung.

Eine der größten Herausforderungen auf dem Weg der Veränderung ist, sich nicht immer schlecht zu fühlen, wenn man sich ertappt oder es abzuwerten. Und wenn Sie es nicht akzeptieren können oder wollen? 

Dann akzeptieren Sie, dass Sie es nicht akzeptieren. Widerstand ist zwecklos, denn man weiß: Druck erzeugt Gegendruck.

Um die Blockade lösen zu können, sollten Sie diese kennen. Beobachten Sie aufmerksam Ihre Gedanken, besonders in Situationen, die Ihnen unangenehm sind oder welche Sie als „heikel“ bezeichnen. Klassisches Merkmal der Glaubenssätze sind z.B. Worte wie „Immer, alle, jeder“. 

Oft sind es auch übernommene Sätze, die anfangen mit „Meine Mutter sagte immer“ oder „Mein Lehrer ermahnte mich ständig ...“. 

Negativ und positiv

Es gibt übrigens nicht nur negative Glaubenssätze. Positive klingen zum Beispiel so:

  • Ich schaffe alles.

  • Mich hält nichts und niemand auf.

  • Wenn ich mir Zeit lasse, dann finde ich immer eine Lösung.

  • Alles kommt zur richtigen Zeit.

  • Ich habe alles, was ich benötige.

Oft stehen uns aber eher die negativen Glaubenssätze im Weg, statt dass wir die positiven anerkennen. Um die hinderlichen Gedanken - und nichts anderes sind Glaubenssätze- aufzulösen, können Sie sich folgende Fragen zur Reflexion stellen:

  • Hilft Ihnen dieser Gedanke?

  • Ist er Ihnen nützlich?

  • Wovor schützt Sie dieser Satz?

  • Welchen Vorteil verschafft er Ihnen?

  • Was verhindert dieser Glaubenssatz?

  • Gibt es eine Alternative, die Sie besser finden?

  • Wenn ja, welche ist das? 

  • Wie können Sie die inneren Antreiber in Erlauber umformen?

  • Was sollten Sie über sich selbst denken, um nein zu sagen?

  • Welche Ihrer Fähigkeiten könnten Sie dazu einsetzen?

  • Wie fühlt sich diese Option für Sie an?

  • Wenn Sie in zwanzig Jahren auf Ihr Leben zurückblicken, was werden Sie über sich selbst sagen, wenn Sie sehen, dass Sie nicht so handeln, wie Sie es eigentlich wollen? 

Zeit und Geduld!

Es ist wichtig, neuen Gedanken Raum und Zeit zu geben. Von jetzt auf gleich werden Glaubenssätze, die schon Jahrzehnte in einem Menschen schlummern und immer wieder aktiviert werden, nicht einfach durch neue ersetzt. Es braucht daher wieder einmal nicht nur Willen, sondern auch Gelassenheit und Geduld, bis sich neue Gedanken etabliert haben. Geben Sie sich diese Zeit, setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck, sondern bleiben Sie achtsam auf diesem Weg mit sich, den alten Sätzen und ebenso den neuen, die über kurz oder lang zur Normalität werden können. Dazu bedarf es jedoch der Praxis.

Und wenn das alles nichts bringt und man dennoch immer wieder in diese alte Gewohnheit tappt? Dann tappen Sie. Seien Sie sich bewusst, dass Sie es tun und akzeptieren es. Nehmen es so gelassen, wie Sie nur können und sagen sich: "O.k., da ist wieder dieser dämliche Gedanke, danke, habe verstanden. Und nun sammele ich eine neue Erfahrung und mache es einfach mal anders.“ Versuchen Sie, die Situation mit Humor am Schopf zu packen und helfen sich selbst auf die Sprünge. 

Wer diesen Weg alleine geht, ohne externe Unterstützung, beweist, dass er willens ist, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen. Und dennoch haben alle Menschen einen blinden Fleck und Schwierigkeiten, sich alleine immer und immer wieder zu motivieren, den Willen aufzubringen oder es stellt sich eine andere Blockade in den Weg. Wenn Sie bemerken, dass Sie immer wieder in eine Falle tappen, dann ergibt es sehr oft Sinn, sich für kurze Zeit externe Unterstützung zu holen. (Teile des Textes sind meinem Buch Ja zum Nein entnommen.)

Tipps zum Thema Antreiber.

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