Das Ego: Überwinden.

Oder links liegen lassen?

Das Ego macht uns manchmal das Leben schwer. Aber kaum versuchen wir, es loszuwerden, schon hängt es sich an uns, winselt und gaukelt uns vor, dass es weiß, wie wir ticken, was wir wirklich benötigen und wann wir zufrieden sind. Ist das Ego wirklich nur hinderlich? Wo steht das Ego im Weg, wie überwinden wir es? Oder lassen wir es links liegen?

Das "Ego" ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff mit psychologischen, pädagogischen, soziologischen, philosophischen und theologischen Bedeutungsvarianten. (Wikipedia) Laut Definition ist das Ego das Selbstbild. Und bevor ich Ihnen nun in vielen Sätzen erkläre, was das ist, stellen Sie sich vor den Spiegel. Fünf Minuten. Alles, was Sie in dieser Zeit denken, das ist vermutlich Ihr Selbstbild.

  • "Ich bin hässlich."

  • "Ich bin nichts wert."

  • "Ich kann gar nichts wirklich gut."

Ihr Ego ist immer dann im Spiel, wenn Sie mit einem Gefühl oder Gedanken wie Klebstoff an Ihrer Vergangenheit, Erinnerungen, Problemen und all dem "aber eigentlich sollte das Leben anders sein" anhaften. Und ungefähr noch in weiteren 203848 Situatuationen.

Wenn das Ego stirbt

Wir alle haben ein Ego, wir alle leben damit, wir alle können lernen, mit ihm umzugehen. Es kann klein sein, was oft angenehm ist, aber allein das ist bereits eine Bewertung, die nur mein Ego macht. Denn ich finde große Egos anstrengend. Sagt mein Ego, denn es wird immer noch angetriggert von anderen großen Egos. Verstehen Sie das Problem?:) Das Ego wird vermutlich nicht sterben, Ihres vermutlich auch nicht. Aber wir können dafür sorgen, dass es uns immer weniger im Weg steht.

Das Ego
Gar nicht immer leicht mit dem Ego.
Leiden ist eine Folge des Nichtwissens.
Matthieu Ricard, «Der Mönch und der Philosoph»

Das Nichtwissen ist u.a. das Festhalten am Ego. An Angst, an Problemen, an Befürchtungen.

Was hat das Ego mit dem Nein sagen zu tun?

Manchmal viel. Stellen Sie sich vor, Sie identifzieren sich mit der Tatsache, dass Sie immer und überall zur Stelle sind, wenn es brennt. Beim Chef oder Kunden, der Familie und den Freunden. Sie werden vermutlich einen Glaubenssatz haben wie "Ich bin gerne für andere Menschen da, ich helfe sehr gerne. Und wenn ich das nicht mache, finden mich die Menschen nicht mehr nett, nicht mehr hilfsbereit und verlassen mich vielleicht." Sie kleben also an der Vorstellung, dass Sie auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln haben, um anerkannt zu werden. Anerkennung ist Ego. Ihr "wahres Ich" benötigt keine Anerkennung, kein Lob, keinen Reichtum. Das ist ein Ansatz, der gar nicht leicht zu fassen ist und von vielen Menschen als weltfremd bezeichnet wird. Klar, die Egos dieser Welt sind groß und lassen sich nicht so leicht in die Flucht schlagen.

Es gibt eine Übung, mit der Sie dem Ego, mit dem anhaftenden Teil, mit dem, der Sie blockiert, auf die Schliche kommen. Sie ist leicht und schwer zugleich, löst viele Gedankenspiralen und Verwirrungen auf und sorgt gar nicht selten erst einmal für totale Verwirrung, denn: Wie bereits eingangs erwähnt, gaukelt uns das Ego vor, dass es weiß, was wir benötigen. "Du wirst gemocht, wenn du immer Ja sagst." Das ist ein tiefer Glaubenssatz. Oft wird uns das in der Kindheit anerzogen, bewusst oder nicht, das sei dahingestellt. Es ist das, was wir aus Erfahrungen mitnehmen, das Korsett, in das wir uns später selbst pressen. Um dann viele Stunden, Tage und Jahre damit zu verbringen, es wieder loszuwerden.

Sind Sie bereit für die Übung? Atmen Sie! Einatmen, ausatmen.

Na, was erzählt Ihnen Ihr Ego jetzt?

Hören Sie einfach nicht hin. Und atmen weiter.

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