Warum kann ich nicht Nein sagen?
Wie sinnvoll ist diese Frage wirklich? Gibt es Alternativen, wenn ja, welche und was nutzen Sie?
Nein sagen
mit
Schulgefühlen und Ängsten
Früher hast du Ja gesagt, damit andere Menschen dich mögen.
Jetzt lernst du das Neinsagen, damit du dich wieder magst!
Lass es uns ganz nüchtern angehen:
Du willst Nein sagen und Grenzen setzen.
Du denkst an die Situation.
Dir wird schlecht, dein Herz schägt schneller und zu allem Überfluss schießen dir 1838 Gedanken durch den Kopf, weshalb es besser ist, nicht Nein zu sagen.
Wenn das auf dich nicht zutrifft, lies nicht weiter und schenk dir deine Zeit.
Wenn es dir so geht wie oben beschrieben, dann schenk diesem Text für wenige Minuten deine Aufmerksamkeit. Und starte mit mir ein verrücktes Experiment. Bereit?
Du liest Bücher, bist informiert, du weißt eigentlich alles und dennoch liegt irgendwo eine "Blockade" (ist keine, aber wir tun mal so). Und an diesem Ding arbeitest du dich ab.
Du gehst in deine alten Geschichten rein, du merkst deine Angst, du "weißt" eigentlich alles und dennoch klappt es nicht. Was passiert?
"Ich bin zu blöd!"
"Ist ja alles nicht soooo schlimm!"
"Es wird nur Stress geben und davon hab ich schon genug!"
Was in dir passiert, bevor du Ja sagst
Dieser Moment ist nicht zufällig. Dein Körper reagiert. Dein Herz schlägt schneller. Dein Atem wird flacher. Deine Muskeln spannen sich an.
Dein Fokus wird enger.
Und dein System trifft eine Entscheidung:
Gefahr vermeiden. Energie sparen. Spannung reduzieren. Verbindung sichern.
Also sagst du wieder das Ja, dass du nicht so meinst.
Das ist keine bewusste Entscheidung, sondern etwas, dass du gelernt hast bzw. dir "antrainiert" wurde. Dieser Zustand ist für dein System "Sicherheit". Das ist der Moment, in dem du dich selbst verlässt, dich belügst, mogelst, dich anpasst.
Angst bedeutet nicht, dass etwas falsch ist
Die meisten Menschen interpretieren diesen Moment so:
„Ich bin noch nicht so weit.“
„Ich muss erst mutiger werden.“
„Ich sollte daran arbeiten.“
"Ja, das ist, weil meine Mutter vor x Jahrzehnten/mein Vater mal..oder die Kindergärtnerin.."
Aber das greift zu kurz.
Angst ist kein Zeichen, dass du etwas nicht kannst. Angst ist lediglich ein Zeichen, dass dein System dich schützen will.
Vielleicht, weil du gelernt hast:
- dass Ablehnung weh tut
- dass Konflikte eskalieren können
- dass Nähe davon abhängt, wie angepasst du bist
Dein Körper hat daraus eine einfache Logik gemacht:
Nein = Risiko
Und genau deshalb fühlt es sich so an, wie es sich anfühlt.
Dein Körper ist schneller als dein Verstand
Du kannst dir sagen:
„Ich darf Nein sagen.“
„Ich bin erwachsen.“
„Es passiert nichts.“
Und trotzdem wird dein Körper reagieren.
Weil er nicht mit Argumenten arbeitet, sondern mit Erfahrung.
Er fragt nicht: Will ich das?
Sondern:
War das früher sicher? Wenn die Antwort nein ist, kommt Angst.
Dein Gehirn kann nur auf die Vergangenheit zugreifen und adaptiert all das in die Zukunft. Blöd, denn es sabotiert dich quasi ein bisschen, aber niemals so viel, dass du es nicht ändern kannst, wenn du weißt, wie.
Der Moment, der alles entscheidet
Zwischen:
„Jemand will etwas von dir“ und
„Du sagst Ja“ liegt ein winziger Raum.
Dort passiert alles.Meist unbemerkt. Stell dir eine ganz konkrete Situation vor:
Jemand fragt dich etwas.
Du spürst sofort diese Enge im Körper.
Dein Atem stockt leicht.
Dein Impuls ist: schnell antworten, es abhaken.
Und diesmal passiert etwas anderes.
Du sagst nicht sofort Ja.
Du bleibst nur einen Moment länger bei dir. Mit genau dieser Enge. Mit dem Herzklopfen. Mit der Unsicherheit.
Nichts löst sich.
Nichts wird besser.
Aber du gehst auch nicht weg.
Kohärenz – wenn du nicht mehr gegen dich arbeitest
Es gibt einen Zustand, in dem sich genau dieser Moment verändert.
Nicht, weil du plötzlich mutig bist.
Nicht, weil du die perfekten Worte findest.
Sondern weil dein System nicht im Alarm ist.
Oder zumindest: nicht komplett darin verloren.
Dein Atem wird einen Hauch ruhiger.
Dein Körper minimal weiter.
Du bist da – während etwas in dir passiert.
Das ist Kohärenz.
Ein Zustand, in dem du gleichzeitig fühlen und wahrnehmen kannst,
ohne dich sofort zu verlieren.
Und genau hier entsteht etwas, das vorher nicht da war:
Wahl.
Du musst nichts wegmachen
Die meisten versuchen, ihre Angst loszuwerden.
Sich zu beruhigen.
Sich zu kontrollieren.
„Richtig“ zu reagieren.
Aber genau das hält den Kreislauf am Laufen.
Was stattdessen wirkt, ist ungewohnt schlicht:
Du bemerkst, was passiert.
Du spürst, wo die Angst sitzt.
Und du lässt sie da.
Ohne sie zu lösen.
Ohne sie wegzudrücken.
Ohne dich schnell wieder „in Ordnung“ zu bringen.
Und dann?
Vielleicht sagst du trotzdem Ja.
Aber diesmal merkst du es.
Du spürst den Moment, in dem du dich übergehst.
Und das ist nicht angenehm.
Aber es ist ehrlich.
Oder du bleibst einen Moment länger.
Und aus diesem Moment heraus kommt etwas Neues:
„Ich möchte das gerade nicht.“
Vielleicht leise.
Vielleicht unsicher.
Vielleicht mit zitternder Stimme.
Aber es ist deins.
Das verändert mehr, als du denkst
Dein Nervensystem macht eine neue Erfahrung:
Du bist in Angst.
Und du bleibst.
Du passt dich nicht sofort an.
Du verlässt dich nicht sofort.
Und nichts bricht zusammen.
Vielleicht ist das der Anfang
Nicht laut.
Nicht perfekt.
Nicht souverän.
Sondern so:
Du merkst, dass du Angst hast.
Und du gehst nicht weg.
Du bleibst.
Und vielleicht entsteht genau daraus ein Nein,
das nicht geübt ist,
nicht kontrolliert,
nicht perfekt.
Sondern einfach wahr.
Kirstin Nickelsen
Meine Neins war nicht immer bequem, weder für andere noch für mich. Ich habe aber auch jeden Preis für viele falsche "Jas" gezahlt und weiß mittlerweile, dass das Leben sehr viel leichter ist, wenn man sich selbst nicht mehr im Weg steht. Und nein, damit meine ich nicht, dass alles fluffig von der Hand geht, ich weiß aber sehr genau, in welchen Momenten ich mich betrüge, mich nicht ernst nehme und viel zu viel mit meinem Verstand und dem Leben in Verhandlung gehe.
Wenn ich dem echten Ja und dem sehr klaren Nein folge, ohne meinen Verstand zu ernst zu nehmen und mich nicht von Herzklopfen und weichen Knien irritieren lassen, ist das Leben eine sehr entspannte Angelegenheit.
Ich bin Kirstin Nickelsen, Wirtschaftsmediatorin, Coach und u.a. Autorin des Buches „Ja zum Nein“. Meine Vision: wir sagen alle Nein, wenn wir es so meinen. Weil wir verstanden haben, dass alles andere völliger Blödsinn wäre.
Kirstin Nickelsen ist auf wunderbare Art sehr unbequem. Ich habe viel über mich gelernt. Und setze jetzt immer mehr um.
Mega unbequem. Völlig raus aus meiner Komfortzone. Und es ist sehr genial.
Wer in den Genuss eines echten Coaches ohne Blümchen und Tschi-Tschi kommen möchte, der ist bei Kirstin Nickelsen perfekt aufgehoben.
Es gibt sehr viele Coaches, keine hat bisher in kurzer Zeit so viel bei mir bewirkt wie Kirstin Nickelsen.