Weihnachtsstress. Nein!
Kommunikation

Nein sagen zu Weihnachtsstress. Ja zu ...?

Nein sagen lernen in der Weihnachtszeit? Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe und der Liebe. Eine Zeit, in der wir glauben, dass unsere Welt perfekt sein sollte. Und nun zur Realität.



Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe und der Liebe. Eine Zeit, in der wir glauben, dass unsere Welt perfekt sein sollte.
Nun zur Realität: Menschen jagen durch die Geschäfte, um Geschenke zu finden, ohne in den meisten Fällen zu wissen, was gewünscht wird. Das Treffen am 24.12. mit der Schwiegermutter liegt jetzt schon schwerer im Magen, als es die Ente je tun wird, und drei Tage mit der Familie zu verbringen ist eher das Gegenteil dessen, was Sie wirklich wollen? Konflikte lauern schon vor der Tür, durch die Onkel Paul, der immer zu viel raucht und trinkt, am besten gar nicht erst eintreten sollte. Die Schwiegereltern müssen natürlich auch besucht werden, Tante Erna wartet mit Kaffee und Kuchen, unwichtig, dass man dafür knapp 300 Kilometer fahren muss, Rückweg nicht eingeschlossen.

Nein sagen lernen in der Weihnachtszeit!

Die nun folgenden Tipps präsentieren sich Ihnen wie Pralinen auf einem Tablett: Manche werden Ihnen vielleicht nicht schmecken, andere mögen Sie sich gar nicht erst ansehen. Alleine Sie wissen, welche Sie mögen und probieren wollen, die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, Ihnen einen Weg zeigen, der leichter ist. Und am Ende werden Sie belohnt: mit einer wunderschönen Weihnachtszeit, ganz gleich, wie und wo Sie diese verbringen möchten, Hauptsache, Ihr persönlicher Wunschzettel erfüllt sich.

Sagen Sie es einfach

Wir denken, hadern, zaudern und in unserem Gedankenkino laufen mindestens vier Filme gleichzeitig, was alles passieren könnte, was eintreten wird und was noch schlimmer kommt als befürchtet. Doch am Ende lösen wir eine Situation nur, wenn wir uns ihr stellen, eine klare Haltung einnehmen und diese kommunizieren.
„Sagen Sie es einfach“ bedeutet:
Sprechen Sie es aus, was immer das sein mag. Es bringt nicht viel, ein Buch nur zu lesen, über das Thema nachzudenken, aber dann nichts zu sagen oder zu tun. Und: einfach. Klar, direkt, ohne Umschweife und am Ende unmissverständlich sollten Ihre Worte sein.
Wenn Sie wirklich etwas verändern möchten, um dieses Jahr ein besonders schönes Weihnachtsfest zu verbringen, fangen Sie jetzt an und nehmen Sie sich Zeit: für sich, diesen Text und Ihre Bedürfnisse. Ihre aktive Mitarbeit ist gefragt, um kleine Veränderung in Ihr Leben zu bringen. Starten Sie daher mit der ersten und wichtigsten Frage:

Was will ich?

Die Möglichkeit, dass Sie die Weihnachtszeit so verbringen können, wie Sie es maögen, steigt enorm, wenn Sie wissen, was Sie wollen. Vermutlich fallen Ihnen jetzt genau die Punkte und Menschen ein, die Sie nicht (sehen) wollen, aber im ersten Schritt geht es um die etwas schwierigere Variante.

Fragen Sie sich:

  • Wie möchte ich Weihnachten verbringen?
  • Mit welchen Menschen? Oder lieber alleine?
  • Zuhause oder fahre ich in den Urlaub?
  • Geschenke für alle oder nur für die Kinder?
  • Karten, ja oder nein? An wen und wann?

Nehmen Sie sich Papier und Stift und schreiben auf, wie genau Sie die Weihnachtszeit verbringen möchten. Je mehr Details, je genauer Sie beschreiben, wie Sie diese Zeit verbringen wollen, desto besser.
„Aber geht es Weihnachten nicht auch darum, anderen Menschen einen Gefallen zu tun?“ Sicher. Doch welchen Preis sind Siebereit, dafür zu zahlen? Ist es nicht sinnvoller, nur das zu tun, was Ihnen wichtig ist, was Sie keine Nerven kostet, was Sie nicht an Ihre Grenzen bringt, was auch Ihnen Freude macht? Es geht um einen gesunden Egoismus, besonders auch zur Weihnachtszeit. Sorgen Sie für sich, Ihr Wohl und überlegen sich in Ruhe, was Sie wollen und an welchen Stellen Sie nicht mehr bereit sind, gewohntes Verhalten beizubehalten, nur damit andere Menschen auf ihre Kosten kommen.


Hinderliche Glaubenssätze:

„Weihnachten muss es im Haus besonders ordentlich sein“ oder „Der 24.12. ist der schönste Tag des Jahres!“, sind Aussagen, die nicht besonders förderlich sind, wenn es um die Reduzierung von Stress geht. Diese Sätze üben meist einen enormen Druck auf, doch genau den gilt es jedoch zu verhindern. Mit den folgenden vier Schritten können Sie Ihre hinderlichen Glaubenssätze auflösen, auch wenn sich dies leichter liest, als es dann wirklich ist.

Schritt 1: Machen Sie sich Ihre Glaubenssätze bewusst! Schreiben Sie alle Sätze auf, die bei Ihnen Druck erzeugen, zum Beispiel:

  • „Mein Partner erwartet, dass…“ oder
  • „Meine Mutter will ….“, gerne aber auch
  • „Ich bin alleine für die Organisation zuständig“, bis hin zu
  • „Weihnachten soll es meiner Familie besonders gut gehen.“

Erkennen Sie, wie oft Sie in der Vorweihnachtszeit diese Sätze denken. Sich klar zu werden, welche hinderlichen Gedanken man mit sich herumträgt, ist der wichtigste Schritt, bevor Sie den nächsten gehen kaönnen.

Schritt 2: Glaubenssätze hinterfragen.

  • Welche Sätze hindern mich am meisten?
  • Woran genau?
  • Woher kommen sie?
  • Will ich das weiterhin so glauben?

All diese Fragen sollten Sie sich in Ruhe schriftlich beantworten, allein dies sorgt manchmal schon für Momente der Besinnung.

Schritt 3: Nehmen Sie für den Anfang zwei bis drei Glaubenssätze, die Sie besonders hindern, ein geruhsames Weihnachtsfest zu verbringen. Schreiben Sie nun das Gegenteil auf, also einen positiven Satz. Woran werden Sie merken, dass Sie diesen erfolgreich in Ihr Leben bringen? Woran wird es Ihre Familie/Ihre Freunde merken?

Schritt 4: Umsetzen, üben und üben und üben. Machen wir uns auch hier nichts vor, diese Schritte lesen sich leicht und sind doch oft schwierig umzusetzen.
Glaubenssätze sind ein großes Thema, was nicht "mal eben" zu bearbeiten ist.

Weniger machen, um am Ende mehr getan zu haben

Eine gute Möglichkeit, um Weihnachten entspannt zu verbringen, kann sein, von allem etwas weniger zu machen, damit Sie am Ende mehr getan haben. Es müssen nicht 100 Bleche Kekse gebacken werden, nicht an allen Tagen muss das 5 Gänge Menü serviert werden, schon gar nicht muss der Geldbeutel für Geschenke überstrapaziert werden. Überlegen Sie sich , was Sie in diesem Jahr wirklich anders machen möchten und notieren Sie dies auf Ihrem persönlichen Wunschzettel.

Der Stress steht am Anfang, das dicke Ende am 24.12.

Die Vorweihnachtszeit ist geprägt von Karten schreiben, Geschenke suchen, das Essen auswählen, einkaufen, Einladungen schreiben, Kekse backen und zwischendurch wird auf Weihnachtsfesten halbherzig mitgesungen, mal mit mehr oder weniger Alkohol. Die Erwartungen steigen, alles soll perfekt und schön sein, doch am Ende kommt es anders als erhofft: Das ferngesteuerte Auto ist nach zwei Minuten schon kaputt, die Krawatte für Onkel Heiner ist zu kurz, der Braten angebrannt und die Kekse sind schon wenigen Stunden verzehrt. Gut, vielleicht etwas übertrieben, aber nicht weit von der Wirklichkeit vieler Menschen entfernt. Der Stress beginnt am Anfang und noch schlimmer in unseren Köpfen. Denn wenn am 24.12. unsere Nerven fast blank liegen, reicht oft eine unbedachte Bemerkung und wir sitzen auf der nicht vorhandenen Palme.
Schrauben Sie Ihre Aktivität auf ein Mindestmaß zurück. Sorgen Sie dafür, dass der Stress sich gar nicht erst in Ihrem Kopf breit macht, lassen Sie sich nicht von der Werbung vorgaukeln, dass alles perfekt sein sollte, selbst die „weiße“ Weihnacht gibt es nur noch an wenigen Orten in Deutschland.
Passen Sie also besonders auch in der Vorweihnachtszeit gut auf sich auf.

  • Was wollen Sie wirklich?
  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Woran hängt Ihr Herz, was macht Ihnen Spaß, was nicht?

Delegieren ist das Zauberwort, was gleichzeitig bedeutet, dass das Ergebnis vielleicht nicht das von Ihnen gewünschte ist, aber darüber mögen Sie dieses Jahr getrost hinweg sehen? Es geht nicht um Perfektionismus, es geht um eine friedliche Zeit mit der Familie und Freunden. Ob die Tanne dann wirklich gerade steht oder eben nicht, ist egal, wenn vor ihr zufriedene Menschen sitzen und spielen. Ebenso wichtig ist daher:

Runter mit den Erwartungen, rauf mit der Freude!

Perfektionismus ist meistens hinderlich, besonders in der Weihnachtszeit, wenn viele Menschen und Erwartungen aufeinander prallen. Fragen Sie sich immer wieder „Muss ich das wirklich machen?“, und nur wenn Sie mit „Nein. Aber ich möchte!“ antworten, sind Sie auf dem besten Weg. Eine zu hohe Erwartungshaltung an sich selbst, die Familie und der gemeinsamen Zeit gegenüber, stellt ein hohes Hindernis auf, das nur Sie selbst zur Seite räumen können. Denken Sie an Ihre hinderlichen Glaubenssätze, wenn Sie wieder einmal bemerken, dass die Erwartung einfach zu hoch ist. Und dann schauen Sie, was Sie wirklich wollen!

Nein sagen lernen

22 Tipps

Angst

Oft schwingt sie mit, ist auf den ersten Blick gar nicht zu sehen, doch hinter vielen Bedürfnissen und Wünschen, die Menschen nicht äußern, steht Angst:

  • nicht geliebt zu werden,
  • nicht als „gute Mutter“ oder „sorgender Familienvater“ gesehen zu werden,
  • kein perfekter Gastgeber zu sein oder
  • als „zickige Schwiegertochter“ abgestempelt zu werden.
  • Angst, dass es noch mehr Ärger gibt, wenn man gewisse Punkte anspricht,
  • Angst, dass der Partner wütend wird.

Zunächst hat jede Angst ihre Berechtigung, sie ist da und will gesehen werden. Erkennen Sie an, dass Sie diese oder jene Angst haben.

  • Wovor genau haben Sie Angst?
  • Woher kommt diese Befürchtung?

Sagen Sie es einfach! Sprechen Sie mit Ihrem Partner/den Kindern oder der Familie über Ihre Ängste. Sagen Sie ihnen, was Sie befürchten, wenn Sie dieses oder jenes dieses Jahr zum Weihnachtsfest nicht mehr möchten.
Nehmen Sie Ihre Angst zum Anlass, um einen Dialog entstehen zu lassen. Und in vielen Situationen werden Sie erkennen, dass sich die meisten Ängste als kleine Hirngespinste herausstellen. Wenn Sie etwas verändern möchte, so machen Sie sich klar, wohin Sie der bisherige Weg geführt hat. Vielleicht zu Stress, verbunden mit einer inneren Unzufriedenheit, zu Nerven, die blank liegen, zu einer Zeit, die doch „eigentlich“ besonders schön sein sollte. Kurzfristig gedacht mag es einfacher sein, den Konfliktpunkten aus dem Weg zu gehen, doch wie viele Weihnachten möchten Sie so gestresst noch feiern? Worüber möchten Sie sprechen? Mit wem? Wann? Und dann: Machen Sie es. Die Belohnung wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Und was will die Familie?

Man muss Lieder singen, in die Kirche gehen und um 21.30 Uhr soll pünktlich die Bescherung stattfinden. Das Wort „müssen“ wird wohl selten so oft gebraucht, wie zur Weihnachtszeit. Das Tolle ist: Sie müssen gar nichts. Auch wenn Sie dies momentan vielleicht noch anders sehen, so ist es einfach nicht von der Hand zu weisen, dass man gerade und besonders zur Weihnachtszeit nichts muss. Wie also möchten SieWeihnachten verbringen? Wenn Sie mit Ihrer Familie gemeinsam planen möchten, sodass alle Beteiligten eine Chance haben, sich und ihre Bedürfnisse einzubringen, starten Sie rechtzeitig mit einer Weihnachtskonferenz. Auf Liste 1 kommt alles, was man gerne mag, auf Liste 2 die Dinge, die man auf keinen Fall braucht, oder aber Punkte, auf die man gerne verzichten kann. Überprüfen Sie die Liste: Sind die genannten Punkte in Ihrem Sinne oder „muss“ man das so machen?

Dieses Jahr wird Weihnachten für Sie eine ruhige und schöne Zeit, umso wichtiger ist es, dass Sie bereits im Vorfeld wissen, wer was mag. Das erfahren Sie nur durch Dialoge. Sollten Sie glauben, dass diese Übung mit Ihren Liebsten eine einfach sei: ist es oft nicht. Gehen Sie davon aus, dass es Dinge gibt, die Sie mögen, andere aber ganz und gar nicht. Wenn ein Punkt wirklich von einem Mitglied so gar nicht gemocht oder gar gehasst wird, sollten Sie versuchen, an dieser Stelle einen Kompromiss zu finden. Weihnachten und Hass, das passt nicht zusammen.

Aufgaben verteilen

Weiter vorne schrieb ich es bereits: Delegieren sollte für Sie zur Selbstverständlichkeit werden. Lassen Sie die großen Kinder bei den Vorbereitungen helfen, bitten Sie den Besuch, sich um den Nachtisch zu kümmern, sorgen Sie dafür, dass Onkel Theo bei Oma vorbeifährt, um diese zum gemeinsamen Nachmittag abzuholen. Machen Sie sich einen Plan und beziehen alle Personen mit ein, fragen Sie, was sie übernehmen möchten. Weihnachten ist auch eine Zeit, die man gemeinsam verbringt und wenn alle etwas zum Ziel beitragen, hat alleine das schon sehr viel weihnachtlichen Geist. Sollten Sie nun gedacht haben, dass keiner so gut wie Sie selbst den Nachtisch zubereiten kann, nur Sie die Ente wirklich so gut braten und selbstverständlich auch nur Sie der Mensch sind, der die Geschenke am allerschönsten verpackt: mag sein, dass so ist, aber Sie haben die Wahl: Eine stressfreie Vorweihnachtszeit oder jammern? Eben. Daher: Weg mit den Aufgaben, verteilen, haben Sie Spaß dabei und Sie werden sehen: es macht nicht nur Spaß, Ihre Familie freut sich über das in sie gesetzte Vertrauen.

Auszeit. Sonst droht der Kollaps.

Wenn Sie die Weihnachtszeit mit deiner Familie verbringen, zwischendurch noch Freunde besuchen, in die Kirche gehen möchten, was auch immer Sie also geplant haben: Vergessen Si nicht einzuplanen, dass Sie auch Zeit für sich haben benötigen, sofern Sie es wolle. Einen Film ansehen, gemütlich ein Buch lesen, der langersehnte Spaziergang, was auch immer. Planen Sie die Zeit mit sich selbst ebenso wie die verbleibende mit Familie und Freunden. Schaffen Sie ganz bewusst Ruheinseln, in der Sie Kraft und Ruhe schöpfen können, auf Distanz zum Weihnachtstrubel gehen, um so wieder Nähe zulassen zu können. In Familien sollten Sie diesen Punkt nicht nur sich selbst eingestehen, sondern auch allen Familienmitgliedern. Kinder, die endlich in Ruhe spielen wollen, Partner, die sich zurückziehen möchten, die Oma, die vielleicht etwas Ruhe benötigt. Sorgen Sie für Auszeiten, die alle so verbringen dürfen, wie sie mögen, damit der Lagerkoller ausbleibt.

Traditionen. Geliebt oder gehasst?

„In den letzten 12 Jahren haben wir den 24.12. immer bei meinen Eltern verbracht, das muss unbedingt so bleiben.“ Nichts muss wirklich geschehen, wenn Sie dies nicht wollen. Denn wahlweise wird es nun höchste Zeit, dass die anderen Eltern am 24.12. besucht werden, man kann natürlich auch beide nicht besuchen und sich alleine vor den Weihnachtsbaum setzen, um dann am zweiten Weihnachtsfeiertag alle Eltern gemeinsam einzuladen. Tradition ist schön, doch nur, wenn alle Beteiligten sie auch wirklich mögen.

Süßer Konflikte nie klingen

Seit Jahren Ärger mit der Schwiegermutter, Stress mit Tante Anna und dann ist da noch der furchtbare Freund der Schwester? Ärger und Streit gibt es in den meisten Familien, doch zur Weihnachtszeit soll alles friedlich und voller Harmonie sein. Sie wissen, dass das so nicht funktioniert, vermutlich haben Sie schon einige Weihnachtsfeste als Referenz sammeln können. Erinnern Sie sich bitte an Punkt 1:

  • Was will ich?

Und genau hier fängt, bereits vor dem Weihnachtsfest, der Lösungsweg an.

  • Mit wem möchten Sie Weihnachten auf keinen Fall feiern?
  • Haben Sie dies schon geäußert?

Wenn nein, dann liegt es nun an Ihnen, dies zu sagen. Das ist sicher nicht leicht, doch auch nicht unlösbar. Haben Sie zwei Streithähne in der Familie, die sich so gar nicht leiden können, hilft es vielleicht, diese an zwei unterschiedlichen Tagen zu besuchen - oder zu Besuch kommen lassen. Konzentrieren Siesich auf Lösungen! Vermutlich sprechen Sie aus, was auch andere Familienmitglieder denken und haben so einen guten Anfang gemacht.

Harmoniefalle

Tappen Sie gar nicht erst hinein, auch nicht zu Weihnachten. Eine falsche Harmonie vorzutäuschen bringt Sie nicht an Ihr Ziel, ein schönes Fest zu haben. Es fördert sogar die Tatsache, dass genau das Gegenteil eintrifft, denn gerade dann, wenn man viele Tage miteinander verbringt, ist die Gefahr groß, dass schwelende Konflikte eskalieren. Dieses ausgerechnet zur friedlichsten Zeit des Jahres, überfordert einige Menschen. Der Harmoniefalle entgehen Sie, indem Sie klar aussprichen, was Ihne auf dem Herzen liegt und was Ihnen wichtig ist. Packen Sie die Gelegenheit am Schopf und klären Siedie Situation. Sollte dies nicht möglich sein, so wäre es ein guter Gesprächspunkt, sich genau darüber zu unterhalten. Klingt kurios, nicht wahr?

„Lieber Onkel, in den letzten Jahren gab es Weihnachten immer wieder Ärger, wir beide konnten bisher keine Lösung finden. Welche Ideen hast du, was wir beide dieses Jahr vereinbarenkönnen, damit wir ein schönes Weihnachtsfest haben?“

Sie signalisieren damit, was Ihnen wichtig ist (das Fest und keinen Konflikt zu haben), kommen mit der betreffenden Person vorab ins Gespräch und finden so auf dem Weg, dass es „eigentlich“ keine Lösung gibt, dennoch eine. In vielen Fällen läuft es also hier auf einen Kompromiss hinaus, der jedoch auf keinen Fall faul ist, wenn Sie nur Zusagen machen, die Sie auch wirklich wollen.

Verständnis

Vermutlich bringen Sie viel davon auf, wenn es um Partner, Kinder und die liebe Verwandtschaft geht. Doch die wichtigste Person haben Sieübersehen: sich selbst.  Haben Sie “mal wieder” zu schnell reagiert, zu spät etwas gesagt oder gar nicht reagiert? Schon schwingt die innere Fehlerkeule über dem eigenen Haupt, weiß man doch, dass das alles nicht der richtige Weg ist, um einen Konflikt zu lösen. Hinsetzen, ausatmen und nun richtig reagieren: Die Wut wird ignoriert, die Hilflosigkeit im Alkohol ertränkt und gegen Magenschmerzen gibt es schließlich Medizin. Kann doch nicht so schwierig sein, die Sache mit den Emotionen, mit der richtigen Kommunikation und schon gar nicht, diese verdammte Situation zu klären. Ist es aber. Und bleibt es auch. Bis man verstanden hat, wer die allerwichtigste Person in einem Konflikt ist. Die, welche die geballte Aufmerksamkeit benötigt und alles, was wir in der Lage sind, an Verständnis aufzubringen, ihr zu geben: man selbst.
Es reicht nicht, sich um Taktiken und die richtige Kommunikation zu kümmern, denn der eigene (klare) Standpunkt ist der, den es einzunehmen gilt, damit gesprochen und gehandelt werden kann. Für sich selbst einzustehen heißt in erster Linie: sich selbst verstehen. Klar zu werden, was man will, wofür man gerade einsteht und was man erreichen möchte.

Würde das Wissen ausreichen, um etwas zu verändern, wäre das Leben nur halb so schwierig. Erst wenn man es will, bereit ist, über den Schatten zu springen, weiß, was man danach alles anders und besser haben will, erst dann wird man so handeln, wie es gut und richtig ist, besonders für das eigene Leben. Was noch lange nicht heißt, keine Fehler mehr zu machen.

Rein in die Komfortzone!

“Rein? Ich dachte, ich muss da raus?” Jein. Denn in Konfliktsituationen oder in Zeiten, in denen der Trubel einfach zu viel wird, ist es sinnvoll, sich ganz bewusst in die eigene Komfortzone zu begeben:
Überlegen Sie sich,

  • was Ihnen guttut,
  • welches Ritual Sie besonders hegen wollen,
  • was Sie besonders gerne machen möchten,
  • was Sie besonders gut können.

In der Hoffnung, dass Ihnen viel zu diesen Punkten einfällt, begeben Sie sich direkt in Ihre persönliche Komfortzone, denn dies bedeutet auch: eine bewusste Entscheidung für sich selbst zu treffen und somit für eine entspannte Haltung. Und irgendwo, ganz hinten in der Ecke, sitzt auch das Verständnis. Hierbei geht es nicht um Rechtfertigungen, sondern ganz simpel um:

  • Ich darf Fehler machen.
  • Ich darf “falsch” reagieren.
  • Ich darf noch mehr Fehler machen.
  • Ich habe Verständnis für meine Gefühle und mein Handeln.

Am Ende haben Sie sich viele Gedanken gemacht, sind sich selbst ein bisschen näher gekommen und können ein bisschen Frieden mit sich schließen: “Obwohl” Sie mal wieder anders agiert haben, als Sie es “eigentlich” wollten. Nehmen Sie das Ruder in die Hand und lenken Ihr Boot in eine andere Richtung. Dazu sollten Sie dann doch, Schritt für Schritt, die Komfortzone ein bisschen verlassen, aber sie niemals aus den Augen verlieren, denn sie gibt Ihnen Sicherheit, die besonders guttut, wenn es gerade hektisch ist.

Gute Pläne, aber…

leider sitzen Sie nun doch mit Onkel Hugo am Tisch, der Ihnenein Vortrag hält, warum Sie das Fleisch lieber bei Metzger Heiner hättent kaufen sollen. Oder Ihre Schwiegermutter in spe meint, dass es ihr gutes Recht sei, nun endlich Oma zu werden. Was auch immer es ist: Sie werden die Menschen und ihre Angewohnheiten nicht verändern, aber können dafür sorgen, dass Sie ihnen mit einer anderen Haltung begegnen. Oft wissen wir schon im Vorfeld, wer uns wie nerven wird und bringen uns unter Umständen schon auf der Autofahrt in die Richtung Stimmung: „Deine Mutter wird sicher wieder…“ oder „Mein Vater wird sicher wieder erwähnen, dass er…“ und schon sind wir in einer negativen Erwartungshaltung, die unsere Gelassenheit Kilometer für Kilometer zurück lässt. Und „selbstverständlich“ kommt es dann auch so, wie wir es vorausgesagt haben und was machen wir? Reagieren, wie wir es immer getan haben.

Hierbei kann es hilfreich sein, sich bewusst vorab einen Anker zu setzen. Das bedeutet, dass Sie sich zum Beispiel ein Taschentuch oder einen kleinen Stein in die Hosentasche stecken, der Sie daran erinnert, was Sie sich für diesen Tag vorgenommen haben: Zum Beispiel ein entspanntes Verhalten gegenüber Onkel Hugo.
Wenn Sie merken, dass Ihre Stimmung langsam den Bach runter geht, erinnern Sie sich an den Anker und berühren ihn. Verbinden Sie mit der Berührung des Ankers ein positives Gefühl, erinnern Sie sich in dem Moment ganz bewusst an ein schönes Erlebnis, das Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert und Sie werden entspannter sein. Probieren Sie es aus, es kann wirklich kleine Wunder bewirken. Und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn ich habe viele Onkel Hugos. :)

Das Ende ...
ist der Anfang Ihres Handelns.

  • Wie sieht Ihr persönlicher Wunschzettel aus?
  • Welche Punkte sind Ihnen besonders wichtig?
  • Womit fangen Sie direkt an?

Gehen Sie in kleinen Schritten, werfen Sie den Perfektionismus mutig über Bord, achten Sie gut auf sich und genießen Sie die kleinen und großen Erfolge.

(Diesen Text habe ich erstmalig 2014 veröffentlicht, kurz nach Erscheinen meines Buches "Ja zum Nein".)


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