Nein sagen lernen: Ja und Nein
Kommunikation

Nein sagen lernen: Wo ist das Ja?

Nein sagen lernen heißt auch, sehr klar zu wissen, wozu man Ja sagt. 3 Tipps.



Wieder einmal steht ein Kunde vor der Tür, den man eigentlich gar nicht will, Einladungen zu Veranstaltungen, auf die man nicht gehen möchte, Anfragen für Ehrenämter, von denen man nicht weiß, wo man sie unterbringen soll.

Wer diese Situationen kennt, sich gleichzeitig schwertut mit dem Nein sagen, der hat quasi in Dauerschleife herausfordernde Situationen vor der Tür stehen.

Das Nein ist die Rückseite der Münze, auf der Ja steht.  

Abb. aus "Ja zum Nein-Selbstachtung statt Harmoniesucht

Wer nein sagen möchte, tut gut daran, sich immer auch die Rückseite der Münze anzusehen, auf der ein klares „Ja!“ steht. In der Praxis habe ich erlebt, dass dies ein Bild ist, welches vielen Menschen am Anfang sehr hilft und den Weg des „Nein-Sagens“ erleichtert. Das liegt daran, dass am Anfang, das „Nein“ mit vielen negativen Gefühlen, Erfahrungen und Glaubenssätzen verbunden wird. Verständlich, denn meistens war es in der Vergangenheit vermutlich auch so, daher ist dieser Umkehrschluss nachzuvollziehen, wenngleich auch für die aktuelle Situation nicht mehr richtig. Doch die Münze des Ja und Nein hat eben beide Seiten. Und bis man sieht, dass das Nein an sich auch positive Seiten hat, dreht man die Münze zunächst um und konzentriert sich auf das „Ja!“.

Das Bild der „Ja/Nein-Münze“ macht deutlich, dass es ein Ja ohne ein Nein nicht gibt, ebenso wenig wie es ein Nein ohne Ja nicht gibt. Das Nein ist daher eine logische Konsequenz des klaren Jas:

Ein klares Nein beinhaltet immer auch ein starkes Ja!

Etwas, das man bejaht, das man selbst unbedingt haben oder verwirklichen möchte, was einem wirklich verlockend erscheint und für das man bereit ist, nein zu sagen, all das sind Eigenschaften eines starken und klaren Jas. Jedes klare Nein ist demnach eine nach außen gebrachte Haltung gegenüber dem Ja, das man sich selbst gibt. Das betrifft die eigenen Werte, Wünschen, Visionen, ebenso wie die Bedürfnisse.

Ja zum Nein!

Dieser Satz ist Fazit und Aufforderung zugleich, welcher unter allen Jas steht, die man sich selbst gegeben hat. Es ist nicht eine grundsätzliche Aufforderung, sich neuen Wegen und Möglichkeiten gegenüber zu verschließen und nun zu allem nein zu sagen. Es bedeutet, dass das eigene Nein, aber auch das Ja, wirklich so gemeint ist und nicht eine halbherzige Aussage, mit der man sich das Leben nur schwer macht.

Das klingt banal, fällt aber vielen Menschen am Anfang oft schwer. Je klarer Sie sich fokussieren, desto besser werden Sie später mit den Herausforderungen umgehen können. Fragen Sie sich immer, ob es jetzt, in dieser Situation, ein echtes Ja gibt. Dabei ist es unerheblich, ob es um Ablenkungsmanöver am Schreibtisch geht, neue Kunden oder Projekte, Anfragen für 12 Freizeitaktivitäten gleichzeitig.

Fokus: Ja!

Ich höre sehr oft, dass Menschen nicht wissen, wozu Sie Ja sagen wollen. Daass ihnen viele Projekte theoretisch Spaß machen würden, sie gerne zig Veranstaltungen besuchen, was auch immer.
In der Praxis ist es aber meistens so, dass es oft hier schon reicht, sich 2-3 Minuten zu nehmen, um das Ja zu hinterfragen und sehr schnell zu erkennen, ob es ein echtes Ja ist - oder eben nicht. Ein echtes Ja geben Sie auch noch am nächsten Tag, vielleicht lächeln Sie bei der Vorstellung, dass Sie sich endlich Zeit für sich selbst nehmen, vielleicht merken Sie andere Gefühle, die sie fröhlich stimmen, erheitern oder Ihnen schlicht guttun. Und was wäre, wenn Sie diesen Signalen folgen?

Sie wissen "eigentlich", was Sie wollen. Und erst wenn Sie wirklich aus Überzeugung zustimmen, dann wissen Sie, dass die Konsequenz ein Nein ist.

Und nur weil es sich leicht ist, ist es immer noch nicht leicht umzusetzen! Bleiben Sie also dran! :)