Kommunikation

Bevor Sie nein sagen: Nehmen Sie (k)eine Bedenkzeit!

Oft wird empfohlen, sich eine Bedenkzeit zu erbitten. Ist das wirklich sinnvoll? Wenn das für Sie gut ist, dann lesen Sie diesen Artikel nicht. Wenn Sie damit nicht wirklich erfolgreich sind, ...



Nein sagen: Bedenkzeit kann gut sein, muss sie aber nicht.

Wenn Sie nein sagen lernen wollen, haben Sie sicher schon einige Tipps gelesen, zum Beispiel den, dass Sie sich Bedenkzeit nehmen sollen.
Klappt das bei Ihnen?
Wenn ja, lesen Sie den restlichen Text einfach nicht. :)

Sie stehen vor einer Kollegin, die Sie mal wieder um Mitarbeit bittet, aber Sie wissen, Sie wollen nein sagen. Und mal angenommen, Sie erbitten sich nun Bedenkzeit, gehen an Ihren Schreibtisch zurück, setzen sich auf den Stuhl. Was fängt dann an? Bei ganz vielen Menschen: das Gedankenkino.

Film ab:

"Eigentlich will ich nein sagen, aber ich weiß, sie hat richtig viel zu tun, ich könnte ihr einfach helfen, sie hat mir vergangenen Monat schließlich auch geholfen, ich will ja nett sein, aber eigentlich ist es mir gerade zu viel, was soll ich machen, ach, ist doch egal, ich sag einfach ja, dann passt das schon, beim nächsten Mal kann ich immer noch nein sagen. Nein, ich will ja jetzt nein sagen, also, was ist mir wirklich wichtig? Ach, ist doch wirklich egal ... "

Was hier passiert ist der Klassiker und genau die Situation, in der man sich ganz oft selbst um Kopf und Kragen denkt. Und am Ende dann doch das Gegenteil der Antwort gibt, die man eigentlich geben möchte.

Nun gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Sie nehmen sich keine Bedenkzeit und folgen Ihrer Intuition, Ihrem "eigentlich" und sagen nein.

  2. Sie nehen sich Bedenkzeit und nutzen sie für sich, in dem Sie sich zum Beispiel schnell ein Blatt Papier nehmen, funktioniert natürlich auch am Rechner oder Smartphone, und sich eine Liste mit Ja/Nein erstellen. Schreiben Sie auf, was für ein Nein spricht, in die andere Spalte tragen Sie alles ein, wozu Sie ja sagen. Das kann in unserem Fall der freie Abend, Sport, Familie, keine Lust, keine Zeit, was auch immer sein. Wichtig: Jedes Argument zählt. Glauben Sie nicht, dass die Argumente inhaltlich wertvoll sein müssen, sie sollten einfach nur etwas in Ihnen auslösen: Lust, Spaß, ein Lächeln, Zufriedenheit. Alles was Ihnen guttut.


    Klingt lapidar? Ja, vielleicht. Die meisten Tipps lesen sich so. Die Herausforderung liegt an einem ganz anderen Punkt: sie nicht nur zu lesen, sondern dann auch umzusetzen. Was jetzt bleibt? Wie immer: Testen und ausprobieren.

Viel Erfolg!