Konflikte

Wenn das Nein in einen Konflikt führt

Nein sagen: Das Nein ist ausgesprochen und der Konflikt steht vor der Tür? Kann passieren ...



Es kann passieren, dass das Nein kurzfristig zu einem Konflikt mit dem Gegenüber kommt. In den meisten Situationen werden Sie erstaunt sein, wie gelassen die meisten Menschen reagieren. Nehmen Sie dies als Zeichen, dass die Beziehung zu diesem Menschen durchaus sehr stabil ist. Ein „Nein“ wird einer gesunden (Arbeits-) Beziehung überhaupt nicht schaden.

Nein sagen. Das gewohnte Spiel verändert sich!

Wenn bekannt ist, dass Sie bisher immer Ja gesagt haben, kann es hier und da zu kurzfristigen Irritationen führen. Nehmen Sie dies als möglichst positives Zeichen, dass Ihr neues Verhalten auf Reaktionen stößt, auch wenn dies vielleicht am Anfang eine ungewohnte Sichtweise ist. Es ist wie beim Tennisspiel mit einer guten Freundin. Immer schlägt sie in das rechte Feld auf, doch jetzt startet sie links. Der Überraschungseffekt ist am Anfang groß, aber immerhin spielen Sie schon seit Jahren zusammen, da weiß man, wie die andere spielt. Eigentlich. Nichts anderes wird es sein, wenn Sie nun nicht in gewohnter Art und Weise reagieren. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Gegenüber „merkwürdig“ reagiert oder Sie Abweisung empfinden, ist die wichtigste Spielregel: Klären Sie es umgehend, sofern Sie (!) das wollen. Machen Sie die Situationen nicht unnötig kompliziert, indem Sie ein Gespräch lange hinausziehen und sich viele Gedanken machen, sondern sprechen Sie die Sache schnell an.

Das Problem liegt auf der Hand: Sie sind es nicht gewohnt, Grenzen zu setzen und nein zu sagen. Sie haben Ängste und Befürchtungen, ringen sich durch und: die Ängste bleiben, sie verschwinden sicher nicht von jetzt auf gleicht. Was nun wichtig ist: Seien Sie aufmerksam. Und hinterfragen Sie. Sich selbst und Ihr Gegenüber. Denn nur weil Ihre Kollegin die Augenbraue hochzieht, wenn Sie nein sagen, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie sauer oder wütend ist.
Wenn Sie aber das Gespräch führen wollen, dann sind diese Fragen vielleicht ein guter Einstieg und dienen Ihnen als Gesprächseröffnung:

Fragen:

  • Welche Punkte sind nicht klar?
  • Gibt es etwas zu klären?
  • Was können wir jetzt klären?
  • Benötigen wir Unterstützung?

Es wäre schade, wenn Sie bei auftretenden Ungereimtheiten in den Glaubenssatz verfallen „Es ist meine Schuld, dass es Streit gibt“, denn das ist es nicht. Es geht in einem Konflikt nie um Schuld, es ist in diesen Situationen einfach nur etwas „Neues“ passiert, was andere Menschen zwar nicht unbedingt immer mit Jubel feiern, doch hier geht es um Ihren persönlichen Sieg. Es geht um Ihr Wohlbefinden, dass es Ihnen gut geht, dass Sie zufrieden ist. Das alles muss und soll nicht zu Lasten der guten Beziehung gehen, jedoch ist sie nur dann wirklich gut, wenn sie auch Veränderungen aushält.

Menschen, die Sie nur mögen, weil Sie immer „Ja und Amen“ sagen, werden mit Ihrem Nein sicher Probleme haben, doch genau diese Menschen benötigen auch eine Zeit, sich an Ihr neues Verhalten zu gewöhnen, denn: Auf welchem Fundament steht die (Arbeits-) Beziehung, wenn man nur gemocht wird, weil man immer ja sagt und so funktioniert, wie der andere es gerne möchte?