Konflikte

Nein sagen lernen: Gedanken und Gefühle

Kaum weiß man, dass man etwas ändern will, macht sich alles an Blockaden, Gefühlen und Gedanken parat, um einen das Leben nicht zu erleichtern.



Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende, die Jahrhoroskope für 2020 sprießen an allen Ecken aus dem virtuellen Kiosk und fast keine Seite auf der nicht gerade verkündet wird, was wir alles ändern können. Das Essverhalten, Konsum ganz allgemein und unser Umgang mit den natürlichen Ressourcen - eh noch ausbaufähig. Aber selbstverständlich verbessern wir ab sofort auch den Umgang mit uns selbst, den eigenen Prioriäten und Wünschen und überhaupt: Der Optimierungswahn hat Hochkonjunktur.

Dass es gar nicht um "höher, schneller und weiter" geht, werde ich nicht müde zu betonen. Es geht viel mehr um das Weglassen, aber das steht auf einem anderen Blatt und liest sich auch nicht so toll, wie "Optmiere dich hier und da", "Lauf schneller!" oder "Spring endlich die Karriereleiter hoch".

Wenn aber nun sehr klar ist, dass man etwas ändern möchte?

Endlich nein sagen, Grenzen setzen, hinderliche Glaubenssätze mal links liegen lassen. Kaum nimmt man sich das vor, schon stehen sie quasi doppeltgemoppelt vor der Tür. Mindestens. Und warum ist das so?

Auf der einen Seite ist es total normal.

Wirklich. Will auch wieder kein Mensch lesen, aber vielleicht sind Sie ja die Ausnahme. Ihr Gehirn schlägt selbstverständlich Alarm, völlig egal, ob Sie auf Zuckerentzug gehen, das Nein lernen wollen oder dem Alkohol endlich "Adieu" sagen. Ihr Gehirn, ja, meines auch, ist eine faule Socke. Es hat kein Interesse Routinen zu verlassen. Überhaupt keine. Wirklich nicht. Wenn etwas bei Veränderungen sicher ist, dann genau dieser Punkt, dass alle Alarmsignale angeschaltet werden. Das Gehirn möchte möglichst wenig Energie verbrauchen. Und das tut es nur, wenn alles bleibt wie es ist. Ganz einfach.

Auf der anderen Seite ist es gut zu wissen.
Denn wenn wir wissen, dass es normal ist, entfällt schon mal der ganze Gedankensalat mit "Ich bin wieder mal zu blöd...". Das ist super, denn wir sind nicht blöd, sondern normal, ist doch auch was.

Wenn es also normal ist, dass Blockaden und Hindernisse auf dem Weg stehen, was können wir dann konkret tun? Getwittert habe ich dazu:

Nicht mehr. Gefühle nur fühlen, Gedanken nur denken. Nicht aufhalten lassen. Weitermachen. Nicht glauben, dass es "alle" schaffen, nur wir selbst, wir bekommen es nicht hin.

Also: Dran bleiben und das Nein weiter üben. 2019, 2020, 2021 ...