Nein sagen lernen: Tipps und Übungen

Irgendwelche Umstände gibt es immer:

  • Kein Geld
  • Unglückliche Partnerschaft
  • Hinderliche Glaubenssätze
  • Fehlender Mut und
  • Wenig Kraft
  • Angst vor Zurückweisung und Ablehnung
  • Geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle und wenig Selbstbewusstsein
  • Mangelnde Selbstachtung und ein geringer Selbstwert
  • Vielleicht hält man sich auch für egoistisch, wenn man anfängt, sich selbst wichtig zu nehmen.

Das sind nur einige der Punkte, die beim Nein sagen eine Rolle spielen.

Nun ist es ganz und gar nicht damit getan, sich zwei bis sieben Tipps in etlichen Ratgebern durchzulesen, leider. Ohne sich mit den dahinterliegenden Problemen zu beschäftigen, werden Tipps eben genau nur das bleiben: pure Theorie. Um tiefer in das Thema einzusteigen, benötigt man ein bisschen Mut, viel Geduld mit sich selbst und das tiefe Vertrauen, dass die Überwindung der eigenen Blockaden und Grenzen am Ende auch belohnt werden.


Wieso kann ich nicht nein sagen?

Ja sagen, obwohl man das Gegenteil meint, sich ärgern, weil man es wieder nicht geschafft hat, dem Vorgesetzten eine Bitte abzuschlagen. Wütend in das Wochenende gehen, weil man natürlich die Aufgaben des Kollegen mitgenommen hat.
„Immer ich, mit mir kann es ja machen!“, ein Gedanke, den viele Menschen kennen, denen ein Nein schwer über die Lippen kommt. Grenzen zu setzen, wissen, wofür man einstehen will, ist eine große Herausforderung. „Was denken die Kollegen dann über mich?“ oder „Wenn ich es wage, nein zu sagen, kann ich mir vermutlich bald einen neuen Job suchen!“

Das beste Mittel gegen ein halbherziges Ja, ist ein Nein aus ganzer Überzeugung.

Nicht nein sagen zu können, wenn man es so meint, liegt meistens an einem geringen Selbstwertgefühl und wenig Selbstbewusstsein. Es reicht einfach nicht, sich ständig einzureden, dass man toll ist, wenn man nicht daran glaubt. Die Wurzel liegt eben viel tiefer.

Nein: In der Kindheit zum Ja erzogen

Bereits als Kleinkinder suchen wir auf unterschiedlichen Wegen nach Bestätigung und Liebe unserer Eltern und merken schnell, welche Zuneigung wir erhalten, wenn wir lieb und freundlich sind und stets ja sagen. Dieses Ja ist das Folgeleisten einer Handlungsaufforderung, der man in jungen Jahren nur selten nicht nachkommt. Das Ja ist in den ersten Lebensjahren oft keine Haltung, als viel mehr eine antrainierte Antwort auf Vorhaltungen und Anweisungen. „Sei ein braves Mädchen“ oder “Ärgere die Mama nicht und sei ein guter Junge“ sind Sätze, welche die meisten Menschen kennen. Dass sie unter Umständen Manipulationsversuche sind und lediglich dazu dienen, dass wir funktionieren, aber auch besonders nicht in den Widerstand gehen, erkennen wir meistens erst im späteren Lebensverlauf.

Früh lernen wir hingegen, dass Harmonie und Zustimmung durch ein „Ja“ entsteht und gefördert, durch ein „Nein“ hingegen zerstört wird. Besonders interessant wird dann die Zeit der Pubertät, in der wir Grenzen suchen, neue Fragen stellen, aber auch andere Antworten hören wollen, und das Wort Nein in unserem Sprachschatz zum ersten Mal einen Platz findet. „Im besten Fall“, möchte man hinzufügen, denn nicht wenig Menschen lernen in dieser Phase, dass ein Nein von den Eltern nicht gewollt ist, zu Konfrontation und Konflikten führt, die nicht selten in Erpressungsversuchen oder noch strengeren Erziehungsmaßnahmen endet. Trotz aller Abgrenzungsversuche und möglicher Lust zur Rebellion, merken Heranwachsende sehr schnell, dass ihr Nein entweder übergangen oder nicht gehört, geschweige denn angenommen wird. Der Trugschluss, dass man nur mit einem „Ja“, also einer Zustimmung, gesehen und anerkennt wird, liegt nahe. Selten wird ein Mensch hören, dass es gut ist, wenn er Nein sagt, oder gar dazu aufgefordert werden, wenn man von den Ausnahmen absieht, in denen es z.B. um Übergriffe Fremder geht. Ein Nein in der eigenen Familie ist meistens unerwünscht und zeugt von Respektlosigkeit den Eltern gegenüber.

Und die Rebellen?

Die eigenen Eltern wiederum haben es oft nicht anders gelernt: Ein Nein bedeutet Widerstand, nicht Gehorsam, ein nicht zu akzeptierendes Verhalten gegenüber den Erziehungsberechtigten, was selbstverständlich auf die eine oder andere Art bestraft wird. Einige Kinder machen genau das Gegenteil: sie rebellieren, sagen nein, wo sie nur können und holen sich dadurch ihre Bestätigung, ihre Aufmerksamkeit und das „gesehen werden“, das jeder Mensch braucht, das eines unserer Grundbedürfnisse ist, welches gestillt werden muss, weil wir sonst nicht gestärkt in das Leben hinaus gehen können. Die Rebellen und die ständigen Ja-Sager unterscheiden sich darin, dass letztere im Umgang für die Umwelt sehr viel angenehmer sind, aber das Ziel ist das gleiche: Aufmerksamkeit, ein Zugehörigkeitsgefühl, Anerkennung. Das Suchen nach den Regeln, wann bekommt man Zuneigung, wann Ärger, der ganz normale Weg eines Menschen auf seinem Lebensweg.

Später, in der Ausbildung oder im Studium, ändert sich nicht viel, die Autorität der Eltern wird ersetzt durch die der Ausbilder, Vorgesetzten oder Professoren, und auch hier werden alle Regeln angewandt, die wir in unserer Kindheit gelernt haben. Wir wollen schließlich gemocht sowie anerkannt werden, möchten gute Noten und Abschlüsse bekommen, und befürchten, dass das Wort Nein genau zum Gegenteil führen kann.
Man passt sich an, wird zum Ja-Sager und verrät eigene Werte und Ideale. Es geht nicht um das Thema der Schuld, es geht, beschäftigt sich man mit dem Thema des Nein – Sagens, viel mehr um eine kleine Ursachenforschung. Dies beinhaltet nicht, seinen eigenen Eltern Vorwürfe zu machen, sondern sich anzusehen, wie die ersten Jahre des Lebens einen Menschen formten und welche Glaubenssätze man aus ihnen mitnimmt, um diese dann im weiteren Verlauf zu platzieren, ohne dass sie zunächst hinterfragt werden.

„Klein“ sollte die Suche nach den Gründen deshalb bleiben, weil Menschen ab einem gewissen Zeitpunkt in der Lage sind, die Vergangenheit einzuordnen und die Gegenwart in kleinen Schritten verändern können.
Dass das nicht leicht ist, liegt auf der Hand, ist die Kindheit doch eine sehr prägende Zeit. Doch die Verantwortung für das eigene Leben, den Weg, den man sich ausgesucht hat wirklich zu gehen, obliegt einem Menschen selbst, was ein großes Glück ist, aber auch nicht selten ein von großer Anstrengung geprägter Weg ist, der mit Wille, Disziplin und Mut gepflastert werden muss(!), sofern man wirklich nein sagen lernen möchte.

Theoretisch möchte man natürlich nein sagen, hat den Willen, weiß aber meistens, dass dies eine Veränderung bei sich selbst voraussetzt und schon geht der Wille flöten, das Buch wird zur Seite gelegt, alles ganz nett, aber nein danke, bitte keine Veränderung. Natürlich nicht, denn wohin kämen wir, wenn wir merken, dass es oft leichter ist als man es sich vorher ausgemalt hat.
image: nein-sagen-eigenlob.png

Nein sagen: Das Selbstbewusstsein und Grenzen

Zurück zum Weg des Nein – Sagens: In Hinblick auf den, sofern vorhanden, eigenen Nachwuchs, kann man sich die Frage stellen, wie stark man das Nein - Sagen bei den eigenen Kindern fördert, oder eben auch nicht. Erweitert man den Horizont dieses kleinen Wortes gilt diese, durchaus spannende Frage, auch bei Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kollegen und Kunden. Achten Sie auf Ihre Gedanken, wenn Sie das nächste Mal hören „Nein, ich kann Ihnen heute nicht helfen!“ Der Blick auf die eigenen Probleme mit dem Wort Nein umfasst immer auch das Feld des Selbstbewusstseins, der eigenen Grenzen und Werte sowie der inneren Haltung: viele Bereiche, auf die dieses Buch später ausführlich eingehen wird. Im Arbeitsleben angelangt dauert es oft ein einige Jahre, bis man sich dem Wort Nein stellt, oft weil man zu viele halbherzige Jas gegeben hat:

  • auf Bitten,
  • auf Wünsche,
  • auf Anforderungen,
  • auf Aufträge und
  • Aufgaben.

„Ja, sicher, den Auftrag erledige ich innerhalb von 24 Stunden“ oder „Ja, ich kann die Arbeit von Frau Müller die nächsten 3 Wochen übernehmen“, bereits ahnend, dass diese Zusagen Reflexe sind, um der Konfrontation aus dem Weg zu gehen oder den Kunden nicht zu verlieren. Wieder wird ja gesagt und nein gedacht, erneut erteilt man sich selbst eine Absage. Man weiß um den Preis, den Stress, die zusätzliche Arbeit, ärgert sich mehr oder weniger heimlich, regt sich darüber auf, dass man immer ausgenutzt wird, doch bis man die Notbremse zieht, vergeht einige Zeit. Vielleicht ist jetzt der Moment, in dem man sagt „Ich muss unbedingt nein sagen lernen“, man hadert, denn intuitiv ist klar, dass dies mit Veränderung einhergeht, die anstrengend sein kann, auf Ablehnung stoßen könnte und die Gedanken sind schnell genug, um Mauern der Angst zu bauen, die man scheut und denen man sich nicht stellen will. Aber eigentlich will man doch nein sagen können.

Wenn man von 276 Hürden, 1873 Ängste und 35 Heldentoden absieht, stimmt es:
Das Gute liegt so nah.

Eine klare Haltung

Bevor Sie zu einem klaren, entspannten und aufrichtig gemeinten Nein kommen, und dies ebenso formulieren können, ist es wichtig zu klären, wann Sie halbherzige Jas geben:

  • Die Form der Zustimmung, die man nicht gibt, weil man es so meint, sondern um zu funktionieren,
  • des Glaubens, dass man sonst nicht mehr gemocht wird,
  • dieses Ja, das eine Ablehnung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse ist,
  • um den Preis der Überarbeitung und des Stresses.

Und zu allem Überfluss ist nein sagen ist doch auch total egoistisch!?

Die halbherzigen Jas an allen Ecken des (Berufs-)Lebens, die gleichzeitig den Gedanken aktivieren, „dass man doch eigentlich gerne nein sagen möchte“. Jedes halbe Ja ist per se kein Weltuntergang, es gehört zu unserem Leben, unseren Eingeständnissen und Kompromissen, die wir machen, weil wir in einer Gesellschaft leben und arbeiten, eine Familie und Freunde haben, die wir lieben. Ein „Ja, mache ich“ sagen, jedoch ein „Nein, ich will nicht“ meinen wird zu gewissen Bedingungen immer wieder gesagt.
Doch es geht um die Jas, die uns Zeit und Energie kosten, die uns Nerven rauben und Grenzen überschreiten.

Leider ist es selten damit getan, dass man nach Jahren der Schwierigkeit mit dem Wort „nein“ sich abends vornimmt, am nächsten Tag dem Kollegen eine Bitte abzuschlagen. Ein echtes Nein ist keine Technik, die in drei Minuten erworben werden kann, es ist kein Trick, den es gilt zu lernen.

Ein klares Nein bringt zum Ausdruck:

  • Eine klare Haltung,
  • eine Fürsorge sich selbst gegenüber und
  • eine Verpflichtung, eigene Grenzen anzuerkennen und zu zeigen.

Es ist auf keinen Fall immer leicht - und sehr sicher nicht egoistisch!- obwohl es mit der Zeit und einigen Übungen immer besser wird. Einen perfekten Weg wird es sicher nie geben, aber immer einen, der einem selbst gut tut. Du wirst immer wieder in Situationen geraten, die es dir ermöglichen „nein“ zu sagen, immer wieder wirst du in Fallen tappen, immer mal wieder wird man sich vielleicht einen Moment ärgern. Doch der Unterschied mit einiger Übung sollte sein, dass dir viel mehr klare Neins mit großer Selbstverständlichkeit über die Lippen kommen, dass du dir sehr viel weniger Sorgen und Befürchtungen machst, was diese kleine Wort in deiner Umgebung auslösen könnte. Der Vorteil wird sein, dass dein Selbstwert immer stärker wird, wenn du dir selbst die Möglichkeit gibst.

Von innen nach außen

Mit einem klaren Nein geht es nicht darum, den Mitmenschen vor den Kopf zu stoßen, sondern gut zu sich selbst zu sein, selbst wenn dies als Konsequenz bedeutet, dass der Kollege an einer Zusammenarbeit nicht mehr interessiert ist. Der Weg des Nein-Sagens geht wie alle anderen Verhaltensveränderungen von innen nach außen: Wer sich klar ist, was er will, was ihn motiviert, was ihn hindert, seine Stärken und Werte kennt, wird leichter in der Lage sein, Grenzen zu setzen, nein zu sagen und sein Verhalten zu verändern. Das heißt nicht, dass es keine Schwierigkeiten gibt, man immer erfolgreich ist oder das Gespräch perfekt meistert. Aber es heißt, dass man sich nicht sofort wieder in die Ecke drängen lässt und aufgibt, man akzeptiert, dass man Fehler macht und weiß, dass man in den allermeisten Situationen immer eine Wahl hat. Raus aus der Ohnmachts-Falle, in der man sich als Opfer fühlt, hinein in ein verantwortungsbewusstes Handeln, weil man es sich selbst wert ist.

Unsere Jas, die wir Kollegen und Freunden geben, sind wertvoll und wichtig für unser Leben, jedes echte Ja eine Zustimmung, die wirklich so gemeint ist. Selbst wenn man keine Lust hat, dem Nachbarn bei der Gartenarbeit zu helfen: wenn er fragt, und man ja sagt, dann soll er wissen, dass man es auch so meint. Und wenn man es nicht so meint, es aber dennoch sagt, dann auch das aus Überzeugung.
Halbherzige Jas, die nicht so gemeint sind, die man nur aus Angst sagt, zu denen man „eigentlich“ auch nicht steht, genau diese Jas sollten wir uns und unseren Mitmenschen ersparen.
So viel klarer ist das „Nein, Herr Nachbar, ich kann Ihnen dieses Wochenende nicht helfen“, und so viel ehrlicher. Ein klares Ja und Nein hat viel mit Ehrlichkeit zu tun: gegenüber anderen Menschen, besonders jedoch zu selbst.


Wer schreibt hier? Ich bin Kirstin Nickelsen, Autorin von Ja zum Nein und Coach.


Nein sagen: Glaubenssätze

Das System Familie wird später dann ersetzt durch das Berufs- und Privatleben. Und irgendwann wird dir im besten Fall klar: es liegt nicht an Ihnen! Das Hinterfragen der hinderlichen Glaubenssätze ist eine wichtige Grundlage auf Ihrem Weg zu einem Nein, das Sie sich wirklich trauen zu äußern. Ohne Angst, ohne Schuldgefühle, ohne Blockaden, die Sie klein halten. Und so simpel sich das hier in aller Kürze lesen mag: die Umsetzung ist eine Herausforderung. Es reicht nicht aus, einen Text zu lesen, ihn abzunicken und dann doch nichts zu ändern. Egal, wie lang der Text ist oder wie dick das Buch. Was Sie wirklich tun sollten, um Blockaden aufzulösen: kommen Sie in die Umsetzung. Egal wie, egal wo. Ob in einem Workshop oder einem Seminar, es gibt unzählige Angebote. Holen Sie sich Unterstützung, einen Coach, eine Gruppe, was auch immer.
Aber: Fangen an! Es lohnt sich.

Der kleinste Schritt zu einem klaren Nein

Überlegen Sie sich, was Sie jetzt tun können. Was Sie wirklich wollen. Was für Sie der kleinstmögliche Schritt ist, um etwas zu verändern. Und dann: nicht zaudern, machen!

Nein sagen lernen: Was sind die größten Hürden?

Nein zu sagen liest sich sehr leicht und wie so oft ist man selbst meistens die allergrößte Hürde:

  • Hinderliche Glaubenssätze,
  • viel zu hohe Erwartungen an sich selbst,
  • nicht klar formulierte Aussagen und/oder
  • ein geringes Selbstbewusstsein

blockieren das Leben und erschweren den (Arbeits-)Alltag. Kaum beschäftigt man sich mit dem einen Thema, fällt einem auf, welche Steine außerdem im Weg liegen, irgendwann wird es zu viel und man entschließt sich, halbherzige Jas zu geben, sich über Kollegen und Freunde zu ärgern: und nichts zu verändern.

Wir Menschen sind manchmal komische Wesen: So viel Potenzial schlummert in jedem von uns, doch statt es einfach zu leben, sich zu vertrauen und selbstbewusst seinen Weg zu gehen, machen wir es uns unnötig schwer. Doch ebenso wie man sich im Weg stehen kann, ist es auch möglich, Hindernisse zu umgehen, sie zur Seite zu schieben und zukünftig nicht mehr aufzustellen. Manchmal reichen schon wenige Schritte, um einen anderen Blick auf die Situation zu bekommen und zu erkennen, dass die Gedanken im Vorfeld oft viel furchterregender waren als die Situation selbst.

Nein sagen ist ein Thema, dass es wert ist, aus der Ecke geholt zu werden, denn für viele Menschen ist dies eine Herausforderung, nur reden wir leider zu wenig darüber. Lassen Sie uns das gemeinsam ändern!

Nein sagen ohne Schuldgefühle

Nein sagen ohne Schuldgefühle - wäre das nicht großartig? Kann doch nicht so schwierig sein, das mit dem schlechten Gewissen. Aber manchmal überrumpelt es einen eben doch. Schuldgefühle rühren oft von nicht richtig genutzten Werten und blockierenden Glaubenssätzen. Ein Dauerthema beim Neinsagen lernen, aber aus meiner Erfahrung sind Schuldgefühle nichts, was man gut bearbeiten kann. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich Ihnen im Workshop und Onlinekurs vorstelle.

Nein sagen ohne Angst

Vielleicht ist jetzt der Moment, in dem man sagt „Ich muss unbedingt nein sagen lernen“, man hadert, denn intuitiv ist klar, dass dies mit Veränderung einhergeht, die anstrengend sein kann, auf Ablehnung stoßen könnte und die Gedanken sind schnell genug, um Mauern der Angst zu bauen, die man scheut und denen man sich nicht stellen will. Aber eigentlich will man doch nein sagen können. Bevor Sie zu einem klaren, entspannten und aufrichtig gemeinten Nein kommen, und dies ebenso formulieren können, ist es wichtig zu klären, wann Sie halbherzige Jas geben:

  • Die Form der Zustimmung, die man nicht gibt, weil man es so meint, sondern die des Funktionierens willens,
  • des Glaubens, dass man sonst nicht mehr gemocht wird,
  • dieses Ja, das eine Ablehnung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse ist,
  • um den Preis der Überarbeitung und des Stresses.

Die halbherzigen Jas an allen Ecken des (Berufs-)Lebens, die gleichzeitig den Gedanken aktivieren, „dass man doch eigentlich gerne nein sagen möchte“. Jedes halbe Ja ist per se kein Weltuntergang, es gehört zu unserem Leben, unseren Eingeständnissen und Kompromissen, die wir machen, weil wir in einer Gesellschaft leben und arbeiten, eine Familie und Freunde haben, die wir lieben. Ein „Ja, mache ich“ sagen, jedoch ein „Nein, ich will nicht“ meinen wird zu gewissen Bedingungen immer wieder gesagt.
Doch es geht um die Jas, die uns Zeit und Energie kosten, die uns Nerven rauben und Grenzen überschreiten.

Leider ist es selten damit getan, dass man nach Jahren der Schwierigkeit mit dem Wort „nein“ sich abends vornimmt, am nächsten Tag dem Kollegen eine Bitte abzuschlagen. Ein echtes Nein ist keine Technik, die in drei Minuten erworben werden kann, es ist kein Trick, den es gilt zu lernen.

Ein Nein bringt zum Ausdruck:

  • Eine klare Haltung,
  • eine Fürsorge sich selbst gegenüber und
  • eine Verpflichtung, eigene Grenzen anzuerkennen und zu zeigen.

Es ist auf keinen Fall immer leicht, obwohl es mit der Zeit und einigen Übungen immer besser wird. Einen perfekten Weg wird es sicher nie geben, aber immer einen, der einem selbst gut tut. Sie werden immer wieder in Situationen geraten, die es Ihnen ermöglichen „nein“ zu sagen, immer wieder werden Sie in Fallen tappen, immer mal wieder wird man sich vielleicht einen Moment ärgern. Doch der Unterschied mit einiger Übung sollte sein, dass Ihnen viel mehr klare Neins mit großer Selbstverständlichkeit über die Lippen kommen, dass Sie sich sehr viel weniger Sorgen und Befürchtungen machen, was diese kleine Wort in Ihrer Umgebung auslösen könnte. Der Vorteil wird sein, dass Ihr Selbstwert immer stärker wird, wenn sie sich selbst die Möglichkeit geben.

Hinter dem Berg mit dem Namen "Eigentlich" liegt ein Tal voller Wahrheiten.

Wie lerne ich nein sagen?

Manchmal sagt man einen der folgenden Sätze in einem Gespräch zu einem Freund,
manchmal denkt man es nur. Vielleicht kommt Ihnen eine dieser Aussagen bekannt vor:

  • Eigentlich möchte ich nein sagen, aber ...
  • Eigentlich möchte ich ein Buch schreiben, aber ...
  • Eigentlich will ich mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben, aber ...
  • Eigentlich liebe ich ihn/sie nicht mehr, aber ...
  • Eigentlich möchte ich diesen Kunden nicht mehr, aber ...
  • Eigentlich wäre ich gerne selbständig, aber ...
  • Eigentlich hätte ich gerne eine andere Wohnung, aber ...

Alles, was nach dem "aber" kommt, hat seine Berechtigung und ist nicht falsch. Es beruht meistens auf Glaubenssätzen, Ängsten oder wirren Gedankengängen, die man sich im Laufe der Zeit selbst erbuddelt hat. Das Spiel zu ändern, neue Regeln aufzustellen, neue Gedanken und Gewohnheiten zu integrieren: all das ist sehr leicht geschrieben und mehr oder weniger herausfordernd in der Umsetzung.
Dennoch nicht unmöglich! :)

Was wäre, wenn Sie das "eigentlich" streichen und alles nach dem "aber" nicht mehr hinzufügen?

  • Ich möchte nein sagen.
  • Ich möchte ein Buch schreiben.
  • Ich möchte mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben.
  • Ich liebe ihn/sie nicht mehr.
  • Ich möchte diesen Kunden nicht mehr.
  • Ich möchte gerne selbständig sein.
  • Ich möchte eine andere Wohnung haben.

Liest sich direkt anders, oder?
Nun geht es mir gar nicht darum, dass Sie Ihre Bedenken und Gedanken über Bord werfen. Vielleicht haben Sie dies sogar bereits ausprobiert? Meistens ist es erfolglos. WIe Sie anders mit diesem "eigentlich" umgehen können, erkläre ich Ihnen im Onlinekurs.

Nein sagen: Grenzen setzen

Mit einem klaren Nein geht es nicht darum, den Mitmenschen vor den Kopf zu stoßen, sondern gut zu sich selbst zu sein, selbst wenn dies als Konsequenz bedeutet, dass der Kollege an einer Zusammenarbeit nicht mehr interessiert ist.
Der Weg des Nein-Sagens geht wie alle anderen Verhaltensveränderungen von innen nach außen: Wer sich klar ist, was er will, was ihn motiviert, was ihn hindert, seine Stärken und Werte kennt, wird leichter in der Lage sein, Grenzen zu setzen, nein zu sagen und sein Verhalten zu verändern. Das heißt nicht, dass es keine Schwierigkeiten gibt, man immer erfolgreich ist oder das Gespräch perfekt meistert. Aber es heißt, dass man sich nicht sofort wieder in die Ecke drängen lässt und aufgibt, man akzeptiert, dass man Fehler macht und weiß, dass man in den allermeisten Situationen immer eine Wahl hat. Raus aus der Ohnmachts-Falle, in der man sich als Opfer fühlt, hinein in ein verantwortungsbewusstes Handeln, weil man es sich selbst wert ist.

Aus und vorbei.

  • Nicht mehr Ja sagen, obwohl man nein meint.
  • Nicht mehr funktionieren.
  • Nicht mehr sich für alle und alles verantwortlich fühlen.

Irgendwann reicht es. Die Grenzen sind erreicht, die eigenen Nerven liegen blank und Sie wollen endlich einen Schlussstrich ziehen?

  • Vielleicht geht es Ihnen momentan nicht gut, weil Sie all das bemerken, aber dennoch nicht wissen, wie Sie nun einen Strich unter all das setzen?
  • Wie Sie besser für sich sorgen und damit für echte Zufriedenheit?

Im Normalfall fallen einem in diesen Momenten all die Situationen ein, die man nicht mehr erleben möchte. Aber wissen Sie, was Sie stattdessen möchten? Ist Ihnen wirklich klar, was Sie wollen? Wissen Sie, worauf Sie sich konzentrieren wollen? Wozu Sie ja und wozu nein sagen möchten?

Schlussstrich

Ziehen Sie ihn. Schreiben Sie auf, was Sie alles nicht mehr möchten. Und dann konzentrieren Sie sich auf Ihre Person, Ihre Wünsche, Ihre Bedürfnisse, Stärken und Ihre Werte.

Wenn Sie nicht auf sich achten, wer sonst?

  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Wen können Sie um Unterstützung bitten?
  • Woran werden Sie erkennen, dass es Ihnen besser geht?

Es sind oft die auf den ersten Blick sehr leichten Fragen, die schwierig zu beantworten sind.

Und am Ende werden Sie sehen, dass der Schlussstrich eine Startlinie ist.


Nein sagen: Übungen

Lernen, nein zu sagen, heißt auch: Üben. Üben. Üben.

Es reicht einfach nicht aus, nur zu lesen, den Text abzunicken und zu grübeln und nachzudenken. Es ist wichtig, dass Sie neue Erfahrungen sammeln, die Ihre bisherigen quasi "überschreibt". Neue Erfahrungen, die Ihnen ermöglichen, Ihre hinderlichen Glaubenssätze zu verändern, damit Sie zukünftig nicht mehr so viel Angst haben. Erfahrungen,

  • die Ihnen Mut machen,
  • die Ihnen zeigen, dass das Befürchtete oft gar nicht eintritt,
  • dass ein Nein der Karriere sehr wohl förderlich ist,
  • dass Ihr Nein dich zufriedener macht.

Übungen und viele Fragen, die auf Ihre Antworten warten, finden Sie in meinem


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Nein sagen: Buch

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Nein sagen lernen: 132 Fragen

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